Der globale Markt für nicht-börsennotierte Immobilien hat sich stabilisiert – doch unter der Oberfläche wächst ein strukturelles Problem. Laut einer Umfrage des europäischen Verbands für Investoren in nicht börsennotierte Immobilienvehikel (Inrev) wurden 2025 weltweit rund 117 Milliarden Euro eingesammelt. Doch nur 30 Prozent flossen im selben Jahr in Anlagen. 2024 waren es noch 40 Prozent.
Das angesammelte Dry Powder – also zugesagtes, aber nicht abgerufenes Kapital – wird zur Bremse. Fondsanbieter mit ungenutztem Kapital können schwerer neue Vehikel auflegen. Investoren zögern bei Neuzusagen. Mehr als die Hälfte der befragten Anbieter nannte Marktbedingungen als größtes Hindernis.
Pensionsfonds und Versicherer kehren zurück
Gleichzeitig sendet die Zusammensetzung des Kapitals ein positives Signal. Pensionsfonds steigerten ihren Anteil von 32 auf 39 Prozent – der höchste Wert seit 2021. Versicherer legten von 10 auf 15 Prozent zu. Bei europäischen Debt-Strategien kamen sogar 41 Prozent des Kapitals von Versicherern.
Iryna Pylypchuk, Research Leiterin bei Inrev, sagt: „Ein drittes Jahr auf demselben Niveau erzählt seine eigene Geschichte. Das ist keine Stagnation, sondern ein Markt, der seinen Boden gefunden hat.“
Europa zieht internationales Kapital an
Europäische Strategien sammelten 35 Milliarden Euro ein. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent. Der Anteil asiatisch-pazifischer Investoren stieg auf 25 Prozent. Investoren aus dem Nahen Osten tauchen erstmals als eigene Kategorie auf statt unter „Sonstige“ – ein Zeichen, dass ihr Kapitalvolumen inzwischen groß genug ist, um statistisch relevant erfasst zu werden.
Die Stimmung bleibt insgesamt positiv: 87 Prozent der Fondsanbieter rechnen mit steigender Aktivität in den kommenden zwei Jahren.