Inklusive Privatkundengeschäft Französische BPCE Gruppe stellt Fidor Bank zum Verkauf

Gründer Matthias Kröner ist Vorstand und Anteilseigner der Fidor Bank. | © Fidor Bank

Gründer Matthias Kröner ist Vorstand und Anteilseigner der Fidor Bank. Foto: Fidor Bank

Die französischen Volksbanken und Sparkassen – Banque Populaire und Caisse d´Epargne, kurz BPCE – wollen die Münchner Fidor Bank nach etwas mehr als zwei Jahren bereits wieder verkaufen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrer Mittwochsausgabe (kostenpflichtiger E-Paper-Zugang). So soll die Gruppe bereits in den Startlöchern für den Verkaufsprozess stehen, heißt es im FAZ-Bericht mit Verweis auf Finanzkreisen. Im Raum steht ein Verkaufserlös von 235 Millionen Euro, womit BPCE den Kaufpreis und eine notwendig gewordene Kapitalerhöhung zur Rettung des Münchner Instituts wieder reinholen würde.

Die Franzosen planen, die Fidor Bank komplett zu verkaufen. Als die FAZ vor vier Wochen erstmals über entsprechende Bestrebungen der BPCE-Gruppe berichtet hatte, war noch unklar, ob sie möglicherweise das Privatkundengeschäft der Münchner mir rund 300.000 Kunden behalten. Und stattdessen nur den Geschäftsbereich mit digitalen Dienstleistungen abstoßen. Dem FAZ-Bericht zufolge will die BPCE-Gruppe erste verbindliche Angebote offenbar bereits bis Ende des Jahres einholen. Bereits im Frühjahr 2019 könnte sich dann entscheiden, wer den Zuschlag erhält. BPCE hält 98,5 Prozent am Münchner Fintech, die restlichen Anteile von 1,5 Prozent liegen bei Fidor-Vorstand Matthias Kröner.

Bei der Fidor Bank selbst sei man unglücklich über den Verlauf der Partnerschaft, heißt es. Der von Fidor-Chef erhoffte Schritt nach vorn durch die Übernahme blieb aus, weil die Franzosen nie eine Strategie für das Münchner Fintech entwickelt hätten. Der FAZ zufolge könnte ein neuer Partner mit frischem Kapital ein Befreiungsschlag für das Institut sein. Denn vor allem die Dienstleistungen für externe Partner, etwa mit dem Mobilfunkanbieter O2 – das sogenannte Platform Banking – gelt als chancenreich.