Initial Coin Offerings als Alternative Wie sich ICOs und Venture Capital bei Start-up-Investitionen unterscheiden

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Aufgrund der verschiedenen Token-Arten und der freien Gestaltung ist es nicht möglich, eine Aussage über die durchschnittliche Zeit der Kapitalbindung bei einem ICO zu treffen. Es gibt keine festgelegten Rückzahlungsmodalitäten und somit auch keinen definierten Zeitraum. Venture-Capital-Gesellschaften schließen meist Anlageverträge mit ihren Investoren über einen Zeithorizont von zehn Jahren ab. Bei den Portfoliounternehmen streben sie jedoch einen deutlich früheren Exit an.

Die Unterschiede zwischen Initial Coin Offering und Venture Capital im Überblick

Initial Coin Offering Venture Capital
1. Risiken Hoch Mittel bis hoch
2. Marktzugang Direkt über Blockchain-Plattform VC-Gesellschaften als Intermediär
3. Regulierung Unreguliert Weitestgehend reguliert
4. Mitbestimmungsrechte Eingeschränkt durch die Gestaltung des Tokens Hoch bei Gesellschaft, gering beim Anleger
5. Investitionsdauer Unbestimmt De jure unbestimmt, in der Praxis befristet
6. Investitionsvolumen Sehr variabel hoch

ICOs sind nicht vollständig reguliert. Diese Rechtslücken ermöglicht betrügerisches Handeln seitens des Emittenten, welches ein hohes Risiko für die Anleger bedeutet. Mit wachsender Aufmerksamkeit ist von stärkeren Regulierungen auszugehen, primär um die Investoren zu schützen.

Die Regulierungen können drastische Einschränkungen in der freien Gestaltung der Token bedeuten. Investitionen in ICOs können direkt und ohne Intermediär erfolgen, anders als bei VC, bei denen die Notwendigkeit eines Intermediärs besteht. Zudem ist der potenzielle Gewinn bei ICOs deutlich höher als bei einer Investition in einen VC-Fonds – jedoch auch mit deutlich höheren Risiken verbunden.

Fazit: Anleger müssen abwägen – und Kompetenz aufbauen

Der Anleger sollte grundlegende Kenntnis zu Kryptowährung und Blockchain besitzen, um potenziell profitable ICOs zu erkennen, dafür existieren aber auch große Freiräume in der Investitionsentscheidung. Auch weil Kryptowährungen inflatorische Auswege bieten, ist davon auszugehen, dass das Interesse an den Token steigen wird und das ICOs trotz oder gerade wegen zunehmenden Regulierungen eine alternative Investitionsmethode bilden.

Über die Gastautoren:
Prof. Dr. Markus Hehn lehrt Unternehmensfinanzierung an der Hochschule Mainz und ist geschäftsführender Gesellschafter bei MA-Solutions, einer etablierten M&A-Beratungsgesellschaft. Aufgrund seiner langjährigen und weitgehenden Erfahrungen im Bereich Investment Banking, die er unter anderem bei der DZ Bank und Deloitte national wie auch international erworben hat, fungiert er als Experte für Unternehmen, deren Gesellschafter sowie Investoren jeglicher Art. Daneben ist er Autor von verschiedenen Fach-Publikationen.

Jana Maria Rassl schließt in wenigen Monaten ihren Bachelor in Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Mainz ab. Ihre Thesis absolvierte sie zum Thema „Initial Coin Offering als neue Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung im Vergleich zu etablierten Finanzierungsformen (Venture Capital und Crowdinvesting)“. Ab August 2022 wird Frau Rassl an der Frankfurt School of Finance and Management studieren und dort ihren Master of Finance absolvieren.

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