Rund 18 Kilometer lang und bislang geschätzte 7 bis 8 Milliarden Euro teuer: Der Fehmarnbelt-Tunnel unter der Ostsee, der Deutschland und Dänemark verbindet, zählt zu den aktuell größten Infrastrukturprojekten in Europa. Der konkrete Nutzen ist enorm. So wird sich nach der Fertigstellung, die nach aktuellem Stand im Jahr 2031 anvisiert wird, die Zugfahrt von Hamburg nach Kopenhagen von derzeit 5 auf knapp 2,5 Stunden verkürzen.
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Rund 18 Kilometer lang und bislang geschätzte 7 bis 8 Milliarden Euro teuer: Der Fehmarnbelt-Tunnel unter der Ostsee, der Deutschland und Dänemark verbindet, zählt zu den aktuell größten Infrastrukturprojekten in Europa. Der konkrete Nutzen ist enorm. So wird sich nach der Fertigstellung, die nach aktuellem Stand im Jahr 2031 anvisiert wird, die Zugfahrt von Hamburg nach Kopenhagen von derzeit 5 auf knapp 2,5 Stunden verkürzen.
Der Fehmarnbelt-Tunnel ist dabei nur eines von vielen Beispielen: Weltweit wird gebaut, und gerade in Europa treiben die EU und die nationalen Regierungen den Infrastrukturausbau mit Nachdruck voran. Es gilt viel aufzuholen, der Investitionsbedarf ist enorm. Laut der Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey werden bis zum Jahr 2040 weltweit rund 106 Billionen US-Dollar benötigt, um funktionierende und gut ausgebaute Straßen, Schienen- und Leitungsnetze sowie andere Infrastruktur zu errichten und zu erneuern. Für Europa sind den Angaben zufolge im selben Zeitraum Infrastrukturinvestitionen von mehr als 13 Billionen Dollar erforderlich.
„Infrastruktur erweist sich als eine der attraktivsten und stabilsten Assetklassen innerhalb des Privatmarkt-Universums“, sagt Peter Brodehser, der bei der DWS die Infrastruktur-Aktivitäten des Frankfurter Teams verantwortet. Insbesondere Europa stehe vor der Herausforderung, seine Infrastruktur zu modernisieren und gleichzeitig widerstandsfähiger und nachhaltiger zu gestalten. „Hierfür ist privates Kapital langfristig unverzichtbar. Das ist eine Chance für Investoren“, so Brodehser.
Stabile Nachfrage auch in unruhigen Zeiten
Ein weiterer entscheidender Faktor sei, dass Infrastruktur die Grundbedürfnisse von Gesellschaft und Wirtschaft abdecke. Somit würden Infrastruktur-Investments eine vergleichsweise stabile Nachfrage nach ihren Produkten aufweisen – auch in konjunkturell unruhigen Zeiten. „Dies resultiert daraus, dass Infrastrukturprodukte die Basisbedürfnisse einer Bevölkerung adressieren. Man verzichtet beispielsweise lieber auf einen Restaurantbesuch, als dass man zu Hause das Licht ausschaltet“, sagt Brodehser.
Den größten Bedarf sieht McKinsey bei Transport und Logistik. Doch gleich danach folgen die Sektoren Energie & Strom sowie Digitales. Denn Infrastruktur bedeutet längst nicht mehr nur Stahl und Beton. „Traditionell war der Begriff Infrastruktur gleichbedeutend mit Anlagen wie Stromnetzen, Straßen, Häfen und Brücken. In jüngerer Zeit haben technologische Fortschritte dazu geführt, dass neuere Anlagen wie Glasfasernetze, Hyperscale-Rechenzentren und Ladestationen für Elektrofahrzeuge zunehmend an Bedeutung gewinnen“, schreiben die Autoren in der McKinsey-Studie. Und diese modernen Arten von Infrastruktur würden Gemeinsamkeiten mit traditioneller Infrastruktur aufweisen, darunter lange Lebensdauer, vorhersehbare und stabile Cashflows sowie eine entscheidende wirtschaftliche Rolle.
Wie stark institutionelle Investoren bereits umschichten, zeigt eine Studie des Asset Managers Nuveen. Laut der Umfrage unter Pensionskassen, -fonds, Stiftungen und Zentralbanken entwickelt sich Künstliche Intelligenz zu einer treibenden Kraft, die Anlagestrategien und -klassen wie insbesondere Infrastruktur beeinflusst. „Investoren lenken Kapital in Cloud-Infrastruktur, Rechenleistung und Chips, KI-Modell- und Softwareentwicklung sowie Energieerzeugung, um das Wachstum im KI-Bereich zu unterstützen“, berichtet Harriet Steel, Global Head of Institutional Distribution bei Nuveen.
Breites Spektrum an Energie-Infrastruktur
Von den befragten Investoren bewerten immerhin 39 Prozent die Energieerzeugung und Energie-Infrastruktur als die größte Investitionsmöglichkeit. Zu den konkreten Anlagemöglichkeiten zählt Nuveen Infrastruktur-Investitionen in saubere Energieerzeugung, Energiespeicherung und den Ausbau von Rechenzentren, die das Wachstum der künstlichen Intelligenz vorantreiben.
Auch ein aktuelles Research-Paper der Deka sieht große Nachfrage in diesem Bereich: „Der Bedarf an Investitionen in Energienetze ist enorm und wird in den kommenden Jahren weiter steigen“, schreibt Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Im Fokus stünden dabei insbesondere der Ausbau und die Modernisierung von Übertragungs- und Verteilnetzen, der Aufbau zusätzlicher Umspannkapazitäten sowie die Digitalisierung des Netzbetriebs.
