Infrastruktur im Portfolio, Künstliche Intelligenz im Unternehmen Versicherungskonzern Talanx soll agiler werden

Konzernzentrale der Talanx AG in Hannover.  | © Talanx

Konzernzentrale der Talanx AG in Hannover. Foto: Talanx

Der Mehrmarkenversicherer Talanx, zu dem unter anderem die HDI, Hannover Re und Ampega gehören, will sich „agiler, wachstumsorientierter und ertragsstärker“ aufstellen. Das börsennotierte Unternehmen, das zu den größten Versicherungskonzernen in Europa gehört, will unter anderem im Kapitalmanagement „konsequenter“ werden und sein Geschäft ausbauen.

Im Detail sieht der Wachstumsplan der Niedersachsen so aus: Die Talanx will unter anderem das Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Privat- und Firmenversicherung in Deutschland ausbauen. Außerdem wollen sie die konzerninterne Rückversicherung in der Holding zusammenfassen sowie das Geschäfts mit Spezialrisiken durch die Gründung der HDI Global Specialty bündeln. Ein weiteres zentrales Element der neuen Strategie ist die Beschleunigung der digitalen Transformation der Gruppe, berichtet der Versicherungskonzern. Hierunter fallen die konsequente Migration von Systemen, der rasche Auf- und Ausbau von Fähigkeiten in den Bereichen Data Analytics und Künstliche Intelligenz sowie die Vernetzung in digitalen Ökosystemen

Kapitalanlagerendite sinkt

Nun der Blick auf das operative Geschäft: Im vergangenen Jahr steigerte die Talanx die Prämieneinnahmen um 6 Prozent auf 34,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich verbuchten die Hannoveraner ein Jahresergebnis von 1,36 Milliarden Euro. Das waren gut 7 Prozent mehr als 2017.

Das Kapitalanlageergebnis des Versicherungskonzerns, dessen Anlagen von der Talanx Asset Management verwaltet werden, lag mit 3,8 Milliarden Euro deutlich unter dem des Vorjahres (4,5 Milliarden Euro). Das Unternehmen begründet den Rückgang mit außerordentlichen Effekten. Während die laufenden Kapitalerträge insbesondere durch Private-Equity-Engagements leicht angestiegen seien, habe sich das Volumen der realisierten Gewinne im Vergleich zum Vorjahr deutlich verringert.

Anders ausgedrückt: Die Versicherungsgruppe hat weniger Anleihen verkauft und damit weniger Buchgewinne realisiert als im Jahr zuvor. Grund für den rückläufigen Verkaufsdrang ist der gesunkene Bedarf, die bestehenden Garantiezusagen auf alte Verträge auf dem Wege der sogenannten Zinszusatzreserve zu unterfüttern. In den Zahlen spiegelt sich zudem ein Basiseffekt wider. 2017 hatte die Rückversicherung im Talanx-Konzern hohe außerordentliche Erträge durch den Verkauf von Aktien eingestrichen. Summa summarum sank die Kapitalanlagerendite laut Talanx „erwartungsgemäß“ auf 3,3 (im Vorjahr: 4,0) Prozent.

Im laufenden Jahr will die Talanx an ihrer Strategie festhalten und Marktrisiken begrenzen. Die hauseigene Kapitalanlagepolitik sei „konservativ“, unterstreicht die Talanx. Auf dem Einkaufszettel stünden weiterhin Infrastrukturinvestitionen. Die konzernweite Solvency-II-Quote beziffert die Versicherungsgruppe zum 30. September 2018 mit 203 (31. Dezember 2017: 206) Prozent. Mit Blick auf den selbst definierten Zielkorridor von 150 bis 200 Prozent für den Konzern ist das eine äußerst solide Quote.

Dividende geht eher nach oben

Das Management will der Hauptversammlung am 9. Mai 2019 eine Anhebung der Dividende auf 1,45 (1,40) Euro je Aktie vorschlagen. Damit würde die Talanx gut die Hälfte (52 Prozent) ihres Gewinns unter der international anerkannten Rechnungslegungsnorm IFRS ausschütten. Die bereits im Herbst vergangenen Jahres veröffentlichten Prognosen für 2019 und die Folgejahre bekräftigte die Talanx vollumfänglich.

Die Geschäftsführung peilt im laufenden Geschäftsjahr eine Kapitalanlagerendite von rund 2,7 Prozent an. Ihren Aktionären stellt die Talanx einen Anteil von 35 Prozent bis 45 Prozent vom Konzernergebnis als Dividendenzahlung in Aussicht. Sie will ihren Anteilseigner mindestens eine Dividende in Höhe des Vorjahres überweisen.