Infostrecke zu Cum-Ex Das Geschäft mit dem Dividenden-Stripping

Zentrale der Hypovereinsbank in München

Als erste deutsche Bank akzeptierte die Hypovereinsbank (HVB) ein Bußgeldbescheid und gab damit ihre Verwicklung in Cum-Ex-Geschäfte zu. Dabei ging es um Geschäfte in den Jahren 2006 bis 2008, abgewickelt über die Londoner Tochter der HVB. Laut einem Vermerk der Wuppertaler Steuerfahndung hatte das Bankhaus in den Jahren 2009 bis 2011 versucht, sich dafür vom Bundeszentralamt Steuern in Höhe von mehr als 85 Millionen Euro erstatten zu lassen – ungerechtfertigt, wie sich herausstellte, denn die Steuererstattung war doppelt geltend gemacht worden.

Dass diese doppelte Erstattung problematisch war, wurde laut Informationen der Ermittler damals sogar bankintern mit einer Vielzahl von Mitarbeitern besprochen. Dennoch ging der Antrag auf Steuererstattung raus.

Doch das Bundeszentralamt für Steuern machte nicht mit. Die von der HVB erhoffte Erstattung blieb aus, stattdessen kam es zu Ermittlungen, bei denen das Geldinstitut umfassend mit den Ermittlern kooperierte. Die Affäre hat die Bank insgesamt mehr als 250 Millionen Euro gekostet. Zu Steuerrückzahlungen und Bußgeld kamen für die Hypovereinsbank noch hohe Kosten für interne Untersuchungen dazu.

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