ANZEIGE

Mit professionellem Research lässt sich in Japan derzeit viel verstecktes Wertpotenzial finden „In Japan gibt es viel verstecktes Value-Potenzial“

„In Japan gibt es viel verstecktes Value-Potenzial“

Foto: Nikko Asset Management

Herr Takayama, 2021 entwickelten sich japanische Aktien schlechter als europäische und US-Aktien. Wird sich das dieses Jahr umdrehen?
Junichi Takayama:
Wir sind für japanische Aktien in diesem Jahr sehr positiv gestimmt. Das vergangene Jahr war in Japan über weite Strecken von Pandemie-Restriktionen geprägt. Japan hängt bei der Normalisierung und der Wiedereröffnung der Wirtschaft etwas hinterher. Das führt dazu, dass beim Wirtschaftswachstum und anderen wirtschaftlichen Indikatoren die Prognosen für 2022 für die USA beispielsweise schon wieder rückläufig sind, in Japan hingegen geht es jetzt bergauf. Die Aktien der Volkswirtschaft mit 126 Millionen Menschen sind sowohl im historischen Vergleich als auch gegenüber anderen Industrieländern attraktiv bewertet und bieten Aufwärtspotenzial. Außerdem haben japanische Aktien in der Vergangenheit tendenziell gegenüber US-Aktien outperformt, wenn die langfristigen US-Zinsen stiegen. Und auch die anhaltenden Reformen der Corporate Governance haben einen positiven Effekt.

Stichwort Corporate Governance: Viele Investoren verbinden mit Japan unflexible und veraltete Unternehmensstrukturen. Was hat sich hier geändert?
Takayama:
Eine Menge. Schon unter Ministerpräsident Shinzo Abe war Corporate Governance ein zentrales Element der Reformagenda. Es wurde erkannt, dass stärkere Kontrollen der Unternehmen ihre Performance verbessern und die japanischen Unternehmen global wettbewerbsfähiger machen würden. 2015 wurde ein Corporate Governance Code eingeführt, der für mehr Offenlegung, eine bessere Einbeziehung von Anteilseignern und unabhängige Kontrolle sorgen soll. Der Code wurde über die vergangenen Jahre weiterentwickelt. Als eine Folge ist der Anteil der unabhängigen Vorstände in den Gesellschaften seit 2015 stetig gestiegen, ebenso der Frauenanteil in den Führungsgremien.

Anfang April wurde die Tokioter Börse umstrukturiert. Was ist das Ziel?
Takayama:
Die neue Aufteilung der Segmente und striktere Regeln sollen der Selbstgefälligkeit einzelner Unternehmen entgegenwirken, indem sie motiviert werden, ihren Geschäftsbetrieb kontinuierlich zu verbessern. Ansonsten riskieren sie ein Delisting. Unternehmen im Prime-Segment sollen beispielsweise Investoreninformationen auf Englisch veröffentlichen, die Offenlegung von klimawandelbezogenen Daten verbessern, zu einem konstruktiven Dialog mit Investoren bereit sein und mindestens ein Drittel der Vorstände im Board muss unabhängig sein. Die Reform soll den Shareholder Value erhöhen, mehr Kapital in den japanischen Markt ziehen und die globale Wettbewerbsfähigkeit der Börse stärken.

Warum sollten globale Investoren japanische Aktien stärker berücksichtigen?
Takayama:
Im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften hat Japan einen besonders hohen Anteil an zyklischen börsennotierten Unternehmen. Wir erwarten daher, dass Investoren im Zuge der Erholung von den pandemiebedingten Rückschlägen ihre Allokationen in Japan erhöhen. Japanische Aktien bieten zudem einen attraktiven Diversifikationsvorteil fürs Portfolio. Während der europäische und der US-Markt mit 0,85 relativ hoch korrelieren, liegt der Wert für japanische Aktien gegenüber US-Aktien bei 0,64 und gegenüber europäischen Aktien bei 0,68. Mit 0,57 ist der Wert gegenüber der Region Asien-ex-Japan sogar noch geringer. Japan profitiert von Asiens Wachstum, ist aber nicht denselben Marktrisiken ausgesetzt. Darüber hinaus ist Japan interessant für ertragsorientierte Investoren. Die Dividendenrendite im Nikkei liegt derzeit bei rund 2,5 Prozent und damit höher als in den USA.

Sie bevorzugen japanische Value-Titel. Warum sehen Sie hier derzeit die besseren Chancen?
Takayama:
Die relativ geringen BIP-Zuwächse und die niedrigen Zinsen seit der globalen Finanzkrise haben Wachstumstitel in die Investorengunst gerückt, sowohl in Japan als auch im Rest der Welt. Die Performance von japanischen Value- und Growth-Aktien ist in den vergangenen vier Jahren besonders stark auseinandergelaufen. Inzwischen hat aber der Turnaround zu Value begonnen und sollte sich zusammen mit der Aufwärtsbewegung bei den Zinsen über die nächsten Jahre fortsetzen. Die bereits erwähnten strukturellen Veränderungen verleihen Value-Investments Rückenwind. Übrigens hat Nikko Asset Management alles über das verborgene Wertpotenzial in Japan in einem neuen Investmentleitfaden zusammengefasst, den man sich kostenlos (hier) herunterladen kann.

Das Umfeld für japanische Aktien ist heute viel günstiger als Ende der 1980er-Jahre in der japanischen Bubble Economy, die 1990 spektakulär zu Ende ging. Das Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis, also das Verhältnis von Aktienkurs zum erwarteten Gewinn je Aktie im laufenden Geschäftsjahr, liegt im Nikkei derzeit beim 13-Fachen. Das Kurs-Buch-Verhältnis beim 1,2-Fachen; 1988 hatte es den Höchstwert von 5 erreicht.

Kurz gesagt: Mit professionellem Research lässt sich in Japan derzeit viel verstecktes Wertpotenzial finden. Ein Value-Investmentansatz kann außerordentlich effektiv sein und langfristige, stabile Erträge liefern.