Analyse von HQ Trust In diesen Ländern brauchen Aktienanleger die stärksten Nerven

Dass es das Risiko eines Portfolios erhöht, wenn Anleger nur auf Aktien aus einem einzigen Land setzen, ist hinlänglich bekannt. Aber in welchen Staaten fiel das Schwankungsrisiko eigentlich am größten aus, wo am kleinsten? Und ist die Volatilität in den Schwellenländern tatsächlich immer höher als in den Industrieländern?

Malaysia als sicherster Aktienmarkt

Um diese Fragen zu beantworten, untersucht Kapitalmarktanalyst Pascal Kielkopf von HQ Trust die durchschnittliche Volatilität von insgesamt 50 Aktienindizes: Konkret gehören dazu die Schwankungen des globalen Börsenbarometers MSCI ACWI sowie die der Euro-Monatsrenditen 49 einzelner MSCI-Länderindizes. Diese bilden jeweils 85 Prozent der Marktkapitalisierung der lokalen Aktienmärkte ab. Kielkopfs Untersuchung umfasst den Zeitraum der letzten 5 Jahre.

Neben erwartbaren Resultaten, wie einer für gewöhnlich höheren Volatilität in Schwellenmärkten, gab es auch Überraschungen. So stellte sich das Schwellenland Malaysia in dieser Analyse als sicherster Aktienmarkt heraus. 

Hier kommt die grafische Übersicht der Ergebnisse:

© HQ Trust

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Die wichtigen Erkenntnisse Kielkopfs im Überblick:

  • 17 der 20 schwankungsstärksten Länderindizes stammen aus den Schwellenländern.
  • Mit Volatilitäten von über 30 Prozent pro Jahr gehörten die Aktienmärkte der Türkei, Kolumbiens, Brasiliens und Pakistans in den vergangenen 5 Jahren zu den riskantesten der Welt.
  • Unter den Industrieländern wies der MSCI Österreich mit 29,6 Prozent allerdings auch eine extrem hohe Schwankungsbreite aus.
  • Mit dem MSCI Malaysia fand sich der schwankungsärmste Aktienmarkt überraschenderweise in einem Schwellenland.
  • Gemeinsam mit den Indizes der Schweiz, Japans und Portugals wiesen die Volatilitäten in Malaysia niedrigere Werte als beim MSCI ACWI auf, wo sie bei 15,6 Prozent lagen.

Breites Streuen der Investments hilft auch innerhalb einzelner Regionen

Und zur Wichtigkeit der Diversifikation von Länder-Investments, sagt der Analyst:

  • Eine breite Streuung hat sich auch innerhalb der Regionen ausgezahlt. Während die Schwellenländer einzeln betrachtet eine durchschnittliche Volatilität von über 25 Prozent pro Jahr aufwiesen, fiel sie beim MSCI Schwellenländerindex mit 18,9 Prozent spürbar geringer aus.
  • Auch innerhalb der einzelnen Länderindizes lassen sich Diversifikationseffekte beobachten. So setzten sich die ‚riskanten' Länderindizes Kolumbiens, Pakistans und Österreichs jeweils aus weniger als 5 Titeln zusammen.
  • Die Märkte Malaysias, der Schweiz und Japans sind mit 30 bis zu über 200 Titeln dagegen deutlich breiter aufgestellt.
  • Mit geringerem Risiko fielen tendenziell auch die Renditen besser aus. Der breit diversifizierte ACWI-Investor hatte mit das geringste Risiko und konnte mit die beste Performance erzielen. Bei vergleichbar geringem Risiko ließen sich nur in der Schweiz noch höhere Gewinne erreichen.

 

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