Vor diesem Hintergrund hat Ombrea ein technisches System entwickelt, dass unter verschiedenen Wetterbedingungen für ein optimales Mikroklima von Pflanzen aller Art sorgt. Das Know-how von Ombrea liegt in der Fähigkeit, das System intelligent zu steuern, um das Mikroklima genau an die Bedürfnisse der Pflanzen anzupassen. Der Environment Acceleration Capital Fund hat die Finanzierungsrunde für dieses Unternehmen angeführt und 5,5 Millionen Euro für einen Anteil von 26,45 Prozent investiert. Damit ist Ombrea nun in der Lage, zügig einen größeren Markt für seine Technologie zu erschließen, die Wasser spart, saubere Energie zu erzeugt und die Einnahmen der Landwirte erhöht.
Ein weiteres Beispiel ist Agronutris. Das Biotech-Unternehmen ist spezialisiert auf die Aufzucht und Verarbeitung von Insekten zu Proteinen für Tiernahrungsmittel. Die Eiweißgewinnung durch Biokonversion wird von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen als eine der vielversprechendsten Ansätze für die Herausforderungen im Bereich der globalen Ernährungssicherung angesehen. Als Pionier verfügt Agronutris über ein fortgeschrittenes Know-how auf dem Gebiet der Biokonversion.
Eines der Hauptprodukte wird aus dehydrierten und entfetteten Larven der Schwarzen Soldatenfliege hergestellt und gilt als ideale nachhaltige Alternative zu klassischem Tierfutter. So kann es als Ersatz für das heute in der Landwirtschaft verwendete Fischmehl verwendet werden, eignet sich aber auch für Herstellung von Haustierfutter. Da die Larven mit Abfällen etwa von Brauereien gefüttert werden, trägt die Biokonversion auch zur Kreislaufwirtschaft bei.
Impact-Investoren können mit Private-Equity-Investments unter Berücksichtigung ihrer individuellen Wünsche zielgenau und aktiv einzelne Nachhaltigkeitsziele der UN unterstützen. Umfassende Due-Dilligence-Prozesse und ein in der Regel langer Investmenthorizont bieten umfassende Gestaltungsmöglichkeiten. Sogenanntes Acceleration Capital, wie es gegenwärtig unter anderem von der französischen Fondsgesellschaft Mirova eingesetzt wird, trägt dazu bei, die drängenden globalen Probleme schneller zu lösen.
Über den Gastautor:
Sebastian Römer ist Leiter für Zentral- und Osteuropa bei Natixis Investment Managers. Zuvor war er bei PIMCO mit der Betreuung institutioneller Kunden in Deutschland betraut sowie beim Private-Equity-Investor Apax Partners für Direktinvestments verantwortlich. Seine berufliche Laufbahn begann er bei der Unternehmensberatung McKinsey & Company in Zürich. Römer hält einen MBA-Abschluss der Harvard Business School.