Marktstudie So gewinnt Impact Investing in Deutschland an Bedeutung

Hand hebt eine Stimmkarte

Hand hebt eine Stimmkarte: Eine Einflussmöglichkeit beim Impact Investing ist die Stimmrechtsausübung auf Hauptversammlungen. Foto: imago images/Revierfoto

Impact Investing gewinnt in Deutschland an Bedeutung, wie die Marktstudie „Impact Investing in Deutschland 2022“ der Bundesinitiative Impact Investing zeigt. Die Untersuchung basiert auf der Auswertung einer Online-Befragung von 225 Investoren und Intermediären, darunter Fondsmanager, Stiftungen und Banken. Mit knapp 39 Milliarden Euro liegt das durch die Teilnehmenden selbst deklarierte Volumen an Impact Assets deutlich über dem Volumen der ersten Auflage der Studie 2020.

Die wichtigsten Ergebnisse der Marktstudie im Überblick:

Volumina an Impact Investments sind bei allen Marktakteuren gewachsen

80 Prozent derjenigen, die schon seit zwei Jahren am Impact Investing Markt aktiv sind, gaben an, dass das Volumen an Impact Investments in den letzten zwei Jahren gewachsen ist. Das durchschnittliche Wachstum betrug hierbei 35 Prozent. 18 Prozent der Teilnehmenden geben an, dass ihr Volumen gleichgeblieben ist. Mehr als 80 Prozent der Teilnehmenden sind der Meinung, dass Private Equity, die beliebteste Anlageklasse im Impact Investing, auch in Zukunft am stärksten wächst. Umwelt, Energie und Gesundheit sind die wichtigsten Themen, in die investiert wird.

 

 

Politische Rahmenbedingungen bremsen Impact Investoren

Die regulatorischen Rahmenbedingungen werden als eines der größten Hemmnisse für die Entwicklung des Impact Investing Marktes wahrgenommen. Verglichen mit dem internationalen Rahmen steht der deutsche Markt im Regulierungskontext sogar noch schlechter dar.

46,9 Prozent der Teilnehmenden schätzen die regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland als eher ineffektiv für Impact Investing ein, 15,5 Prozent als ineffektiv. Bei den Rahmenbedingungen International sind es 30,6 bzw. 14,5 Prozent. Insbesondere die Richtlinien MiFID II, SFDR und die EU-Taxonomie sind nach Ansicht der Teilnehmenden nicht eindeutig.

„Impact Investing leistet einen entscheidenden Beitrag zur sozial-ökologischen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft – dafür braucht es Transparenz im und über den Markt. Diese Transparenz ist die beste Voraussetzung, dass mehr Investoren zu Impact Investoren werden, dass mehr Kapital tatsächlichen Impact erzeugt und Impact-Washing immer weniger ein Thema ist,“ sagt Frank Niederländer, Erster Vorsitzender, Bundesinitiative Impact Investing.

Lösung drängender globaler Probleme bei gleicher Rendite?

Hauptmotiv der Impact Investoren ist die Lösung drängender globaler Probleme
(83 Prozent). Darüber hinaus spielen persönliche Werte sowie ethische Überzeugungen eine
wichtige Rolle bei der Entscheidung, im Impact Investing tätig zu werden oder zu sein
(82 Prozent).

Gleichzeitig möchten über alle Gruppen hinweg 65 Prozent der Teilnehmenden mit ihren Impact
Investments marktübliche Renditen erzielen. 19 Prozent streben zudem Renditen an, die sich
oberhalb des Marktes bewegen. Nur 16 Prozent geben sich mit Renditen zufrieden,
die sich unterhalb des Marktes bewegen. Insgesamt geben die Teilnehmenden in über 70 Prozent der Fälle an, dass sowohl die Impact Performance als auch die finanzielle Performance ihres Impact Portfolios ihren Erwartungen entspricht (Impact 76 Prozent, finanziell 73 Prozent).

Die komplette Studie finden Sie auf bundesinitiative-impact-investing.de.