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Impact Investing Anleger sollten sich auf skalierbare Unternehmen konzentrieren

Rotorblätter für ein Windrad des dänischen Vestas-Konzerns: Impact Investing und ESG-Anlagen haben das gemeinsame Ziel, finanzielle Erträge und ökosoziale Ergebnisse zu optimieren. | © Getty Images

Rotorblätter für ein Windrad des dänischen Vestas-Konzerns: Impact Investing und ESG-Anlagen haben das gemeinsame Ziel, finanzielle Erträge und ökosoziale Ergebnisse zu optimieren. Foto: Getty Images

Wer zwischen 18 und 35 Jahre alt ist und damit zu den sogenannten Millennials gehört, dürfte bei seinen Investments besonderen Wert auf eine ökosoziale Wirkung legen – im Branchen-Jargon Impact Investing genannt. Nicht-Millennials sollten diesen Hang zur Nachhaltigkeit jedoch keineswegs belächeln: Die Alterskohorte der Bis-35-Jährigen wird von ihren Eltern in den nächsten fünf Jahren ein Vermögen von 30 Billionen US-Dollar erben. Zudem werden Millennials in zehn Jahren den größten Teil der Fach- und Führungskräfte stellen.

GIIN-Kriterien sind ein guter Anfang

Doch wie genau funktioniert Impact Investing? Nicht immer lässt es sich scharf von nachhaltig ausgerichteten Anlagestrategien abgrenzen. Eine Positionsbestimmung ermöglicht indes die Definition des GIIN (Global Impact Investing Network): Impact Investments sollen demnach neben einer finanziellen Rendite auch eine positive, messbare gesellschaftliche und ökologische Wirkung erzielen.

Für sinnstiftende Investitionen sind diese GIIN-Kriterien ein guter Anfang, doch mehr auch nicht. Traditionelle Investoren fordern bei nachhaltigen Finanzprodukten Standardisierung und Vergleichbarkeit von Anlageergebnissen ein – für die Messung und den Vergleich wie sich ESG-Investitionen tatsächlich auswirken. Daher nutzen Anleger zunehmend die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (UN Sustainable Development Goals, SDGs). Diese Ziele dienen der berichtspflichtigen Wirkungsmessung. Und sie helfen ein Wirkungsprojekt mit einem oder mehreren Wirkungszielen zu konzipieren: Projekte sollen bei zwei oder drei der insgesamt 17 SDGs ein entsprechendes Ergebnis erzielen.

Wie sich Impact Investing von ESG-Anlagen unterscheidet

Sowohl Impact Investing als auch ESG-Anlagen verfolgen das (doppelte) Ziel, finanzielle Erträge und gesellschaftlich-ökologische Ergebnisse zu realisieren. Unternehmen, die sich im Einklang mit ihren finanziellen Möglichkeiten und Nachhaltigkeits-Chancen sowie -Herausforderungen befinden, können mit Impact-Investitionen Shareholder Value erzielen. Häufig sind hier Private-Equity- oder Private-Debt-Investitionen gefragt. Im Fokus stehen Skaleneffekte, mit denen es gelingt gleichzeitig ökosoziale Auswirkungen und Gewinne zu steigern.

UN-Nachhaltigkeitsziele sind chancenreich für Unternehmen

Über den Erfolg einer Impact-Investment-Strategie entscheidet die Messung sozialer und/oder ökologischer Auswirkungen. Daneben können auch Wirkungsindikatoren einer Impact-Investing-Strategie für Vertrauen bei Investoren sorgen.

Am Beispiel eines innerstädtischen Logistikunternehmens der „Letzten Meile“ drücken sich die UN-Nachhaltigkeitsziele im SDG 13 (Klimaschutz) aus – mit der Absicht den C02-Ausstoß pro Kilogramm und gefahrenem Kilometer gegenüber einem vorgegebenen Richtwert zu reduzieren. Zum anderen können sich Logistikfirmen am SDG 8 orientieren (menschenwürdige Arbeit), etwa indem sie Lkw-Fahrer ohne Ausbildung einstellen oder sogar ausbilden.

Das soll sich aber auch finanziell lohnen. Eine GIIN-Umfrage aus dem Jahr 2019 hat ergeben, dass zwei Drittel der befragten Impact-Investoren risikobereinigte Renditen zu Marktzinsen – oder darüber hinaus – anstreben. Und nicht nur das: Fast 90 Prozent der Befragten sehen ihre finanziellen Erwartungen bisher erfüllt oder sogar übertroffen.