Immobiliensuche in Frankfurt Banken machen Ernst mit Brexit

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Die Ansprüche der großen Banken bei der Immobiliensuche sind hoch. Die Optik ist nicht das einzige Thema, sagt Bräuning: „Die technischen Anforderungen an ein Gebäude und die Notwendigkeit von zusammenhängenden Flächen schränken die Auswahl ein."

Doch es geht nicht nur um Größe und Qualität der Gebäude. „Gefragt sind im Moment nur 1A-Lagen. Backoffice-Standorte, wie etwa Eschborn, stehen nicht im Fokus“, berichtet Ape.

Jürgen Schmid, der bei Savills das Frankfurter Immobilien-Investment-Geschäft leitet, ist sich sicher, dass beim Einsetzen des großen Brexit-Ansturms nicht alle Anforderungen der Finanzdienstleister zu 100 Prozent erfüllbar sind: „Es dürfte eine Verknappung geben. Das wird sich auf B-Lagen auswirken. Auch die B-Lagen werden dann durch steigende Mieten profitieren. Und genau das wird von Investoren jetzt auch schon antizipiert.“

Seinen Worten zufolge nimmt die Lust unter Immobilien-Investoren, auf den Brexit in Frankfurt zu wetten, zu. Objekte, die jahrelang keine Interessenten angelockt hätten, würden plötzlich Käufer finden. In Erwartung einer hohen Nachfrage aus dem Finanzsektor schaffen Investoren dort „schicke, neue, coole Büroflächen".

Auch ohne großen Brexit-Effekt war der Flächenumsatz auf dem Frankfurter Büro-Markt schon im ersten Quartal dieses Jahres deutlich angestiegen: 121.600 Quadratmeter wurden zwischen Anfang Januar und Ende März neu vermietet, geht aus Zahlen von Savills hervor. Das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Der Anstieg erfolgte, obwohl es den Daten Zufolge im ersten Quartal keinen einzigen Abschluss über 10.000 Quadratmeter gab, verglichen mit vier Abschlüsse in diesem Segment ein Jahr zuvor.

„Es gibt auch lokale Interessenten und andere Branchen, die neben den Banken auf dem Frankfurter Markt aktiv sind“, sagt Remy mit Blick auf die Zahlen.

Als eine mögliche Bremse bei der Immobiliensuche von Banken in Frankfurt könnten sich die überraschenden Neuwahlen in Großbritannien entpuppen. „Vielleicht wollen Banken das Ergebnis nun erst noch abwarten“, sagt Ape. „Es sieht nicht so aus, aber man weiß ja nie.“