Immobilien Union Investment kehrt auf die Käuferseite zurück

Michael Bütter von Union Investment.

Michael Bütter von Union Investment: „Unsere institutionellen Investoren beginnen schrittweise ihre Immobilienpositionen wieder auszubauen.“ Bildquelle: Union Investment

Union Investment kehrt auf die Käuferseite zurück. Nach rund zwei Jahren Zurückhaltung und Verkäufen von auch prestigeträchtigen Immobilien, erwarb die Fondsgesellschaft im November 2025 ein Logistikzentrum im französischen Buchelay, rund 60 Kilometer westlich von Paris – für einen Immobilien-Spezialfonds. Für die kommenden Monate plant Union Investment weitere Zukäufe in Europa – der Fokus liegt dabei auf kleineren Objektgrößen.

Neben Logistik, Gewerbeparks und Fachmarktzentren will die Gesellschaft 2026 auch selektiv in Hotels und Büros investieren. „Wir haben in den beiden vergangenen Jahren die Grundlage dafür geschaffen, den neuen Marktzyklus im Sinne unserer Anlegerinnen und Anleger aktiv gestalten zu können", sagt Michael Bütter, Leiter des Immobiliensegments bei Union Investment.

 

Die Rückkehr auf die Käuferseite markiert einen Wendepunkt. In den beiden Vorjahren hatte Union Investment vorrangig verkauft – 2025 realisierte die Gesellschaft 35 Transaktionen im Gesamtvolumen von 3,23 Milliarden Euro. Damit übertraf sie das Vorjahresvolumen von 2,75 Milliarden Euro. Zu den verkauften Objekten zählten das Centre d'Affaires Paris-Trocadéro, das Bürohaus Finsbury Circus in London und das Shoppingcenter Palladium in Prag. Mit den Objekten wurden über die durchschnittliche Haltedauer von 14 Jahren attraktive Renditen erzielt.

Verkausfsstrategie belastet Performance 

„Wir haben den Investmentzyklus 2025, in dem Core- und Trophy Assets in Europa für eine kurze Zeit bereits wieder Konjunktur hatten, sehr gut genutzt", so Bütter. Die Veräußerungserlöse übertrafen die Buchwerte insgesamt um etwa 118 Millionen Euro.

Die erfolgreichen Verkäufe schufen hohe Liquiditätsreserven. Der UniImmo: Deutschland verfügt zum Jahresende 2025 über eine Liquiditätsquote von 20,6 Prozent, der UniImmo: Europa von 12,4 Prozent und der UniImmo: Global von 14,4 Prozent – deutlich über der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestquote.

Hohe Abflüsse bei offenen Fonds 

Allerdings belastete die Verkaufsstrategie die Performance. Die rechnerische BVI-Gesamtperformance der Retailfonds war 2025 erstmals negativ. „Wir haben die Liquiditätsbeschaffung zulasten der Performance priorisiert", erklärt Bütter. Die institutionellen Immobilienfonds weisen demgegenüber zum Jahresultimo mehrheitlich stabile BVI-Renditen im Korridor von zwei bis sechs Prozent auf.

 

Für 2026 erwartet Union Investment eine Trendwende. „Nach einer außergewöhnlich langen Abwärtsphase erwarten wir im Jahr 2026 eine nachhaltige Erholung auf den europäischen Immobilienmärkten", sagt Vorstand Frank Engels. Ab dem ersten oder zweiten Quartal 2026 rechnet die Gesellschaft mit einem positiven Wendepunkt für Performance und Wertentwicklung in allen Produkten.

Institutionelle Investoren werden aktiver 

Das weltweite Immobilienvermögen von Union Investment liegt zum Jahresende 2025 bei 50 Milliarden Euro – rund zehn Prozent weniger als zum Vorjahresende mit 55 Milliarden Euro. Der Rückgang geht auf die schwache Nachfrage von Privatanlegern zurück: Die drei gewerblichen Offenen Immobilienfonds verzeichneten einen stark rückläufigen Nettomittelabsatz von minus 2,32 Milliarden Euro. Das institutionelle Geschäft entwickelte sich hingegen stabil. „Unsere institutionellen Investoren beginnen schrittweise ihre Immobilienpositionen wieder auszubauen“, so Bütter.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen