Immobilien-Investments So nutzen Family Offices Club Deals

Zwei Drittel der Family Offices, die in Immobilien investieren, legen ihr Geld laut Inrev in der Nutzungsart Wohnen an | © Pixelio

Zwei Drittel der Family Offices, die in Immobilien investieren, legen ihr Geld laut Inrev in der Nutzungsart Wohnen an Foto: Pixelio

Family Offices in Deutschland nutzen vermehrt Club Deals zur Finanzierung von Immobilienprojekten. Dabei stehe besonders das kurzfristige Engagement im Vordergrund, sagt Hans Hünnscheid, Geschäftsführer des Multi-Family-Office Famos Immobilien. Für langfristige Investitionen in Immobilien hingegen würden Family Offices nach wie vor eher zum direkten Engagement greifen.

Seit der Finanzkrise hat sich das Bedürfnis nach einer aktiveren Kontrolle und Einflussnahme auf Management und Entscheidungsträger verstärkt. Deswegen greifen viele Family Offices zunehmend auf Club Deals zurück. Diese Investmentvehikel eignen sich sehr für Kurzzeit-Investitionen und bieten zudem ein hohes Maß an Kontrolle und Einbeziehung in Entscheidungsprozesse, meint Matthias Thomas, Vorstandsvorsitzender des europäischen Verbandes für Investoren in nicht-börsennotierten Immobilienfonds (Inrev).

Im Kern ist demnach ein Club Deal ein nicht börsennotiertes Anlagevehikel, bei dem eine Reihe von Investoren Kapital in eine Fondsstruktur einbringen, in der dann eine vorher festgelegte Immobilien-Investmentstrategie verfolgt wird.

Größere Projekte mit weniger Risiko

In den meisten Fällen schließen sich zwei Family Offices für einen Club Deal zusammen, so Hünnscheid. Dabei wird von vornherein ein Fahrplan mit einem klar definierten Exit festgelegt. Schwerpunktmäßig investieren sie dabei in Projektentwicklungen für die Nutzungsart Wohnen, gefolgt von Einzelhandel und Büro.

Dabei investieren sie eher lokal und regional in der Nähe des Unternehmenssitzes, da die persönliche Kenntnis des Standortes von großer Bedeutung für die Einschätzung des Investments ist. Je professioneller und größer das Family Office ist, desto eher wird auch überregional investiert. Die Anlagesummen bewegen sich dabei im einstelligen und niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Durch Club Deals können laut Hünnscheid gerade kleinere Family Offices größere Projekte realisieren, denn sie müssen nicht die gesamte Summe aufbringen und können sich das Risiko mit einem Partner teilen.

Ab wann fällt ein Club Deal unters KAGB?

Das Gesetz definiert fünf Kriterien für das Vorliegen eines Investmentvermögens, welches unter die Anwendbarkeit des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) fällt, sagt Martina Hertwig, Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin bei TPW und Mitglied des Vorstands des BSI Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen. Alle fünf folgenden Kriterien müssen erfüllt werden, damit ein Investmentvermögen vorliegt und damit unters KAGB.
  1. Organismus für gemeinsame Anlage (Bündelung von Anlegergeldern)
  2. Mindestanzahl von zwei Anlegern
  3. Kapital wird eingeworben
  4. Eine festgelegte Anlagestrategie liegt vor
  5. Einwerbendes Unternehmen ist kein operativ tätiges Unternehmen außerhalb des Finanzsektors.