Im Vergleich zum Rest Europas Deutsche Bankaktien haben enormes Kurspotenzial

Sieht weiterhin erhebliche Ungleichgewichte in Europa: Oliver Heist, Leiter Wealth und Asset Management bei EY Financial Services

Sieht weiterhin erhebliche Ungleichgewichte in Europa: Oliver Heist, Leiter Wealth und Asset Management bei EY Financial Services

Die Aktien deutscher Banken haben Kurspotenzial, im Gegensatz zu Titeln von Häusern aus dem Rest Europas. Das geht aus einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hervor, für die 50 Fondsmanager der 40 größten Investmenthäuser in London befragt wurden. Demnach halten mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) europäische Finanztitel für überbewertet.

Einziger Lichtblick ist Deutschland: 66 Prozent der professionellen Investoren sehen für deutschen Bankaktien weiteres Kurspotenzial. Den Ausblick für die deutsche Gesamtwirtschaft bewerten sogar 80 Prozent als „gut“ bis „sehr gut“.

Deutschland vor der Schweiz

Damit lässt Deutschland auch den Schweizer Bankensektor hinter sich. Zwar bestätigten 40 Prozent der Fondsmanager der Schweizer Wirtschaft gute bis sehr gute Wachstumsaussichten. Lediglich 12 Prozent der Teilnehmer trauen dem Schweizer Bankenmarkt jedoch gute oder sehr gute Wachstumschancen innerhalb Europas zu.

„Die Ergebnisse zu den Aussichten der europäischen Banktitel durch die Stockpicker deuten auf weiterhin erhebliche Ungleichgewichte in Europa hin“, so Oliver Heist, Leiter des Wealth Management bei EY Financial Services. „Allerdings sind wir aktuell in einer Phase, in der die Aktien der wichtigsten deutschen Institute massiv an Wert verloren haben. Es bleibt abzuwarten, inwieweit der Wunsch nach weniger Abhängigkeit von Deutschlands Wirtschaft und einer gleichmäßigen Verteilung der Wachstumstreiber innerhalb Europas neu bewertet werden müssen.“

Aus Sicht der befragten Fondsmanager gelte es nun, die einzig auf Stabilität und Transparenz abzielende Regulierung der vergangenen Jahre zu überwinden. Stattdessen brauche es den Übergang in eine wachstumsorientierte Regulierungsphase.

An der Studie nahmen 50 Senior-Fondsmanager der 40 größten Investmenthäuser in Großbritannien teil. Die Interviews wurden zwischen Ende Oktober und Mitte November vom Marktforschungsunternehmen Yougov geführt.