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Wechsel an der Spitze des Wealth Management der Hypovereinsbank: Sven Stipković – bisher Regionalbereichsleiter in der Privatkundenbank – leitet künftig das Geschäft mit vermögenden Kunden. Stipković folgt bei der deutschen Unicredit-Tochter damit auf Carsten Kahl, der das Wealth Management seit Ende 2019 leitete. Welche Position Kahl künftig übernimmt oder ob er die Bank verlässt, ist der Redaktion nicht bekannt.
Zweite Führungsebene von Strukturänderung betroffen
Einher mit dem Personalwechsel gehen wohl weitere Änderungen in der Struktur des Wealth Management. Entsprechende Informationen erhielten die Hypovereinsbank-Mitarbeiter nach Informationen dieser Redaktion am Mittwoch. Ein Sprecher der Hypovereinsbank bestätigte auf Anfrage den Inhalt der Mitarbeiterkommunikation.
Der Plan der Hypovereinsbank und Privatkundengeschäftsführer René Babinsky ist demnach: Zwar soll die Marke Wealth Management & Private Banking mit ihren Produkten und Angeboten unverändert bestehen bleiben, Stipković als neuer Leiter Wealth Management das Geschäft aber spezifischer auf die jeweilige Kundengruppe ausrichten. Insbesondere die Bedarfe von Unternehmerfamilien will die Bank bedienen und zusätzlich einen größeren Fokus auf hochvermögende Kunden und somit die sogenannten UHNWIs legen. Das Private Banking bekommt deswegen einen regionalen, das Wealth Management einen zentralen Strang.
Das hat wohl auch Auswirkungen auf der nachgelagerten Führungsebene, in der bisher sieben Führungskräfte als Leiter Private Banking & Wealth Management das Geschäft mit den vermögenden Kunden verantworteten. Künftig führen stattdessen die fünf Regionalbereichsleiter der Privatkundenbank die Private-Banking-Teams, während die Bank das Geschäft im Wealth Management auf die Regionen Nord, Ost, Bayern, West und München verteilt und für diese Regionen fünf Verantwortliche ernennt. Sie sollen direkt an Stipković berichten, wie der Hypovereinsbank-Sprecher auf Nachfrage der Redaktion bestätigt. Auf die Frage, wer die Aufgaben in den Regionen jeweils übernimmt, wollte sich die Bank noch nicht äußern.
Mehrere Banken forcierten jüngst das UHNWI-Geschäft
Die Hypovereinsbank ist nicht die einzige Bank, die jüngst ihren Fokus im Wealth Management auf UHNW-, Family-Office- oder Unternehmerkunden gerichtet hat. So teilte ausgerechnet die Commerzbank – bei der sich die Hypovereinsbank-Mutter Unicredit zum größten Investor aufgeschwungen hat – gut 24 Stunden früher mit, dass sie das Geschäft mit Family Offices und UHNWIs unter der Leitung von Sebastian Ahlhorn in einer Einheit bündelt. Auch Merck Finck und der hiesige Marktführer, die Deutsche Bank, wollen künftig hochvermögende Kunden und Family Offices gezielter adressieren, während die BNP Paribas für ähnliche Ziele im Wealth Management das Private Banking der HSBC übernommen hat.
Nun scheint also auch die Hypovereinsbank vermehrt auf UHNWIs und Family Offices einzugehen: Babinsky, erst seit März als Geschäftsführer verantwortlich für das Privatkundengeschäft, vertraut diese Aufgabe bei der Hypovereinsbank mit Stipković quasi seinem Nachfolger an. Denn: Stipković übernahm im März von Babinsky die Leitung des Regionalbereichs Nord-Ost in der Privatkundenbank und arbeitet bereits seit Jahren in verschiedenen Positionen für die Hypovereinsbank. So leitete er zwischenzeitlich das Corporate Banking in Hamburg und bekleidete eine deutschlandweite Führungsposition im Geschäft mit den Geschäftskunden. Patrick Behnk übernimmt Stipkovićs bisherige Aufgaben als Regionalbereichsleiter Nord-Ost in der Privatkundenbank und verantwortet damit jetzt auch das dortige Private Banking.
Unter der Marke Private Banking & Wealth Management bündelt die Hypovereinsbank das Geschäft mit vermögenden Kunden. Während im Private Banking Kunden ab einem Vermögen von etwa einer Million Euro beraten werden, liegt die Einstiegshürde im Wealth Management bei 5 Millionen Euro. Entsprechende Kunden berät die Bank in Deutschland an 24 verschiedenen Standorten. Im Private Banking berät die Hypovereinsbank von 51 Standorten aus.