Konsolidierung HSBC will Teile des Schweizer Private Bankings verkaufen

Geschäftsbereiche, die im wesentlichen in Genf konzentriert sind und Kundenvermögen im Umfang von rund 15 Milliarden Dollar verwalten, stehen zum Verkauf, sagten drei der informierten Personen. Unterlagen über die Sparte, die unter anderem auch wohlhabende Kunden aus Frankreich betreut, seien potenziellen Interessenten zugänglich gemacht worden. Denkbar sei, dass die Sparte in Teilen verkauft werde, es könne aber auch sein, dass kein Verkauf zustande komme, hieß es.

Die Tätigkeit der HSBC in Steueroasen hat das Interesse der Behörden in mehreren Ländern geweckt. Schon 2011 hieß es von offizieller Seite in Großbritannien, man habe Informationen über potenzielle Steuerhinterziehung von Kunden der Genfer Niederlassung der Bank. Konzernchef Stuart Gulliver erklärte im Mai gegenüber Investoren, die Bank wolle ihr Schweizer Privatbankengeschäft nicht schließen, werde aber “bestimmte Teilbereiche neu ausrichten”, um sich verstärkt auf Schwellenmärkte zu konzentrieren.

“Wir investieren kräftig"

Im Juli gab HSBC bekannt, die Privatbank in Monaco werde behalten, nachdem das Interesse potenzieller Käufer ausgelotet worden war.
“HSBC bekennt sich uneingeschränkt zur Schweiz als wichtigem internationalem Zentrum für unsere globale Privatbank und als Markt, der für die Gruppe Priorität genießt”, schrieb die Bank am Freitag in einer E-Mail. “Wir investieren kräftig in unsere globalen Privatbankaktivitäten in der Schweiz”, hieß es weiter. Über 200 Millionen Dollar seien bereitgestellt, unter anderem für eine neue Zentrale in Genf und ein neues Rechnersystem. Nähere Erläuterungen wollte die Bank nicht abgeben.

HSBC mit Sitz in London erwarb 1999 die Privatbankaktivitäten mit der Akquisition von Edmond J. Safra’s Republic New York Corp sowie von Safra Republic Holdings SA.

Die Aushöhlung des Bankgeheimnisses und der verstärkte Regulierungsdruck könnten in den kommenden 12 bis 18 Monaten eine Übernahmewelle auslösen, sagten Banker, Berater und Analysten im Juli gegenüber Bloomberg News. Die Zahl der Schweizer Banken in ausländischem Besitz fiel zwischen Anfang 2012 und Ende Mai 2013 von 145 auf 129, wie der Verband der Auslandsbanken in der Schweiz seinerzeit mitteilte.

Die britische Lloyds Banking Group Plc verkaufte im Mai ihr internationales Privatbankengeschäft an den Schweizer Vermögensverwalter Union Bancaire Privee. Letztere hatte bereits 2011 das Privatbankengeschäft der ABN Amro Bank NV für einen nicht genannten Preis erworben.