Wer in den MSCI USA investiert, setzt stark auf Technologieaktien. Die Magnificent Seven dominieren den Index, ihr Gewicht ist kräftig gestiegen. Doch ein Blick auf andere Regionen offenbart Überraschungen: Nicht nur US-Aktien sind stark konzentriert.
Jan Tachtler, Leiter der Fonds- und Managerselektion des Multi Family Offices HQ Trust, hat die Marktkonzentration in vier wichtigen Aktienregionen analysiert. Er untersuchte, wie sich diese seit 2008 verändert hat, und betrachtete dafür die Market-Cap-Ratio des MSCI USA, MSCI Europe, MSCI Japan und MSCI Emerging Markets.
Je höher die Market-Cap-Ratio, desto stärker dominieren wenige große Unternehmen den Index. Zugleich ist das Gefälle in der Marktkapitalisierung zum Rest des Index besonders gravierend – ein Indikator für potenzielle Klumpenrisiken.
Schwellenländer ähnlich konzentriert wie USA
Der MSCI USA spiegelt den Durchmarsch der Tech-Giganten wider. Seit 2008 hat die Konzentration in diesem Index stark zugenommen. „Dass ein US-Investment ein höheres Klumpenrisiko mit sich bringt als eine Anlage in den MSCI Europe, ist dabei kein neues Phänomen“, erläutert Tachtler. In den vergangenen 17 Jahren sei die Konzentration ausnahmslos höher gewesen.
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Viele Investoren dürfte jedoch überraschen, dass Anlagen in den MSCI Emerging Markets fast ebenso stark konzentriert sind wie im MSCI USA. Abgesehen vom Corona-Einbruch stieg die Konzentration in den Schwellenländern recht kontinuierlich nach oben. Zuletzt sogar stärker als in den USA.
Europa und Japan: Breiter gestreut
Während die USA und Emerging Markets in Richtung höherer Konzentration marschierten, bewegten sich Europa und Japan in die gegenteilige Richtung. In diesen Märkten sind Indexinvestments deutlich breiter gestreut.
„Eine hohe Konzentration bedeutet nicht automatisch ein schlechtes Investment“, betont Tachtler. In den USA habe sie in der Vergangenheit zu starken Renditen geführt. Entscheidend sei, dass Investoren sich der Konzentration bewusst sind.
Was Anleger beachten sollten
Europa und Japan können aufgrund ihrer geringeren Konzentration eine echte Diversifikationsmöglichkeit sein. Wer in den MSCI USA oder Emerging Markets investiert, sollte laut Tachtler prüfen, ob sich dadurch Klumpenrisiken im Gesamtportfolio ergeben. Möglicherweise verstärke man mit solchen Investments bestehende Konzentrationen, anstatt für zusätzliche Streuung zu sorgen.
Für aktives Management sollte es bei einer geringeren Marktkonzentration einfacher sein, einen Mehrertrag abseits der großen Indexgewichte zu generieren, so der Fondselektor.
