Höhere Gewinne durch Diversität Homosexuelle Finanzberater gefragt

Der 22-jährige Student von der Southeast Missouri State University nahm vor kurzem an der Out for Undergraduate Business Conference in der Zentrale von JPMorgan Chase & Co. in New York teil. Die Organisatoren der Veranstaltungen stellten dort Kontakte zu Personalberatern in der Branche her, in der Maddock nach einem Job Ausschau hält.

Wall Street schenkt jungen Transsexuellen, Bisexuellen, Schwulen und Lesben (LGBT) besondere Beachtung, wenn es um Einstellungsrunden von Universitäts-Absolventen geht.

Banken und Broker versuchen zum einen, ihr konservatives Image loszuwerden. Auf der anderen Seite streben sie auch nach höheren Gewinnen und mehr Diversität.

Bei nahezu allen Unternehmen an der Wall Street genießen Schwule und Lesben inzwischen besonderen Schutz. Firmen wie etwa Goldman Sachs Group Inc. haben sich für Veränderungen bei der Gesetzgebung zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehen eingesetzt.

830 Milliarden Dollar Kaufkraft

Schwulen und Lesben sind “nicht nur ein Bürgerrechtsthema, sondern auch ein Geschäftsthema”, sagte Goldman-Chef Lloyd C. Blankfein schon im April.

Die Kaufkraft der amerikanischen Transsexuellen, Bisexuellen, Schwulen und Lesben wird auf etwa 830 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt. Das geht aus Angaben des Marketingunternehmens Witeck Communications Inc. in Washington hervor.

“Durch die Anstellung von schwulen Leute dürfte einem Finanzdienstleister bewusst werden, dass er eine Chance hat”, den Anteil an LGBT-Kunden auszuweiten, sagte Bob Witeck, der Unternehmen zu LGBT-Kunden seit 1993 berät. Homosexuelle Finanzberater dürften seiner Meinung nach mit Blick auf den Markt mehr Sensibilität beweisen - weil sie für die dortigen Sorgen und Nöte mehr Gefühl hätten.

Vergangene Woche verabschiedete der US-Senat einen Gesetzentwurf, der Entlassungen auf Grund sexueller Orientierung verbieten würde. In 29 Staaten ist das noch erlaubt.

Für Maddock, den Studenten, brachte die Konferenz in New York einen Aha-Efekt: “Die Welt ändert sich, hin zu einer Sichtweise, die LGBT zugutekommt.”