Studie Home Bias kostet institutionelle Investoren aus Deutschland pro Jahr 15 Milliarden Euro

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Mit Blick auf die asiatischen Länder ist der Unterschied zwischen Anteil am Weltaktienportfolio und faktischen Investitionssummen der Investoren groß. Im japanischen Aktienmarkt, der noch am stärksten bei deutschen institutionellen Anlegern vertreten ist, sind nur 24 Milliarden Euro, also 4 Prozent der Anlagesumme investiert. Dagegen waren die investierten Aktienvolumina in China (4,9 Milliarden Euro) und Indien (4,5 Milliarden Euro) mit 0,77 Prozent und 0,70 Prozent fast zu vernachlässigen. Die Anteile der jeweiligen Länder am MSCI World sind erheblich höher (siehe Grafik).

Gewichtungen verschiedener Anlageregionen in deutschen institutionellen Portfolios

Auch die USA sind als Anlageregion gemessen an ihrer faktischen globalen Bedeutung noch immer unterrepräsentiert. „Die Gewichtungen der asiatischen Länder im institutionellen Portfolio werden weder ihrer momentanen noch ihrer zukünftigen Bedeutung gerecht.

Drei Viertel der institutionellen Anleger erwarten in Asien höhere Kursschwankungen als in Deutschland

Das gilt vor allem für China und Indien, wo ein langfristig denkender Anleger mit Blick auf das Wachstumspotenzial der Länder eigentlich sogar ein Übergewicht fahren müsste“, sagt Engler. „Allerdings beobachten wir zahlreiche Vorurteile und damit eine systematische Überschätzung der Risiken in diesen Ländern.“


Diese Einschätzung wird gestützt von einer im Rahmen der Studie von Nomura Asset Management im November 2021 durchgeführten (nicht-repräsentativen) Umfrage. Demzufolge erwarten rund drei Viertel der institutionellen Anleger in Asien höhere Kursschwankungen als in Deutschland. Bei der faktischen Risikobetrachtung zeigte sich jedoch der deutsche Aktienmarkt deutlich schwankungsanfälliger (18,33 Prozent annualisierte Volatilität) als der japanische (14,50 Prozent) und der breite asiatische Markt (12,92 Prozent).

„Die Risikowahrnehmung der Anleger ist deutlich verzerrt und durch die empirisch feststellbare Volatilität in den jeweiligen Märkten nicht gedeckt. Wir sehen das auch in der Einschätzung unterschiedlicher Risikoarten, die mit Ausnahme von Zinsrisiken allesamt in Asien höher eingeschätzt werden als in Europa. Wäre dies zutreffend, müssten auch die Schwankungen höher ausfallen, was jedoch nicht der Fall ist“, erklärt Stotz.

Neben der Risikowahrnehmung identifiziert die Studie wahrgenommene Informationsasymmetrien als Grund für den Home Bias. Insbesondere die Verfügbarkeit von Informationen und die eigene Kompetenz in der Verarbeitung der Informationen wird von den Investoren im Heimatmarkt höher eingeschätzt, wie die Umfrage ergeben hat. Dieses Phänomen ist in der Forschung als Familiarity Bias bekannt.

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