Die Deutsche Bank stampft ihre Regeln für die Arbeit von Zuhause aus weitestgehend ein. Bislang hatte die Deutsche Bank ihren Mitarbeitern erlaubt, bis zu drei Tage pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten – für Geschäftsführer hatte es keine Sonderregeln gegeben. Eingeführt wurden die Regeln im Zuge der Covid-Pandemie. In der Branche kein unüblicher Schritt. Eine wachsende Zahl von Geldhäusern, unter anderem die Commerzbank, planen ihre Belegschaft zurück in die Büros zu holen.
In einem Memo der Deutschen Bank, das „Bloomberg“ vorliegt, heißt es, dass die Geschäftsführer ab kommenden Juni vier Tage pro Woche im Büro sein müssen. Für die weiteren Mitarbeiter wird ab dann eine Mindestgrenze von drei Tagen gelten.
Auf den Spuren von Citi, Apple und Co.
Ein Sprecher bestätigte die Echtheit des Memos. Mit diesem Schritt handelt die Bank ähnlich wie große US-Institute wie Goldman Sachs, die Bank of America und Citi, die global weniger Homeoffice in ihren Belegschaften durchsetzen wollen. Auch die Tech-Konzerne wie Meta oder Apple wollen das Homeoffice-Rad ein Stück weit zurückdrehen.
Ebenfalls unerwünscht ist es künftig, am Freitag und anschließend am Montag von zu Hause aus zu arbeiten. In der Begründung für die neuen Regeln heißt es, dass die derzeitige Nutzung der Immobilien „ineffizient“ sei. Vorstandschef Christian Sewing erklärte in einem Memo, es gehe darum, „unsere Präsenz gleichmäßiger über die Woche zu verteilen.“
Der Markt für Büroimmobilien steht unter Druck – dieser könnte sich wegen der Homeoffice-Regelungen vieler Unternehmen noch verschärfen, da langfristig weniger Fläche benötigt werden würde. Das Vorgehen der großen Banken, die in der Regel auch in diese Assetklasse investiert sind, könnte ein Versuch sein, den Bestrebungen vieler Unternehmen, künftig mehr Büroflächen einzusparen, entgegenzuwirken.
Bemerkenswert daran ist, dass die Deutsche Bank erst im vergangenen Jahr erklärte, dass der Immobilienbestand in Frankfurt am Main und einer benachbarten Stadt bis Ende dieses Jahres um 40 Prozent gegenüber 2021 verringern werden soll. Als Grund dafür nannte das Unternehmen die zunehmende Arbeit von zu Hause aus.
Hybrides Arbeitsmodell soll bestehen bleiben
Zudem betonte ein Sprecher des Geldhauses, dass weiter am hybriden Arbeitsmodell festgehalten werden soll, da es von den Mitarbeitern positiv aufgenommen wurde. In einer E-Mail an „Bloomberg“ steht dazu: „Die neuen Richtlinien werden die Konsistenz in der gesamten Bank sicherstellen und die Präsenz der Führungskräfte im Büro stärken, das nach wie vor der Hauptarbeitsort ist.“
Abzuwarten bleibt, wie die strengeren Homeoffice-Regeln von den Mitarbeitern aufgenommen werden. Beispielsweise bei Berenberg haben – unter anderem wegen strikter Homeoffice-Straffungen – Mitarbeiter gekündigt.