Hohe Boni trotz Milliardenstrafe Aktionäre verweigern UBS-Führung die Entlastung

UBS-Chef Sergio Ermotti erhielt keine Entlastung der Aktionäre, strich für 2018 dennoch 14 Millionen Franken ein. | © Getty Images

UBS-Chef Sergio Ermotti erhielt keine Entlastung der Aktionäre, strich für 2018 dennoch 14 Millionen Franken ein. Foto: Getty Images

Denkzettel für Vorstand und Verwaltungsrat der UBS: 41,6 Prozent der Aktionäre verweigerten auf der gestrigen Generalversammlung der Konzernführung – darunter Vorstandschef Sergio Ermotti und Verwaltungsratschef Axel Weber – die Entlastung für das Geschäftsjahr 2018. Die Zustimmung für die UBS-Führung lag bei nur 41,7 Prozent und damit unter der erforderlichen Schwelle von 50 Prozent. 16,7 Prozent der Stimmeninhaber enthielten sich. Im Vorjahr hatte mit 89,7 Prozent noch eine deutliche Mehrheit der Aktionäre positiv für die Entlastung des Managements der Schweizer Großbank abgestimmt.

Grund für das schlechte Votum ist ein milliardenschwerer Rechtsstreit der UBS in Frankreich, bei dem ein Pariser Gericht das Schweizer Bankhaus Ende Februar dieses Jahres wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu einer Rekordstrafe von 4,5 Milliarden Euro verurteilte. Die UBS ging umgehend in Berufung, ein jahrelanger Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang droht. Die Kritik der Aktionäre richtet sich jedoch konkret an die Entscheidung des Vorstands, im Vorfeld angebotene Vergleichsangebote für geringere Summen ausgeschlagen zu haben.

Aktionäre wie etwa die Schweizer Stiftung Ethos, die viele Schweizer Pensionskassen vertritt, befürchten nun, die UBS-Führung habe sich bei dem Fall verspekuliert. „Die Risiken aus der Vergangenheit sind für uns UBS-Aktionäre eine bittere Realität“, zitiert das „Manager-Magazin“ den Stiftungsdirektor Vincent Kaufmann. Mögliche damit verbundene Bußen könnten den Anteilseignern mehrere Milliarden kosten. UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber, früherer Chef der Bundesbank, verteidigte laut Bericht das Vorgehen der Führung: Eine außergerichtliche Einigung sei nicht zu akzeptablen Bedingungen möglich gewesen. Die Bank verfolge daher im Interesse der Aktionäre den Gerichtsweg.

Der Vergütungsbericht der UBS hingegen habe mit 79,4 Prozent die Zustimmung der Eigentümer erhalten, obwohl die hohen Bonuszahlungen Unmut bei den Aktionären hervorriefen. Ermotti soll 2018 laut Bericht 14,1 Millionen Schweizer Franken Gehalt und Bonus verdient haben. Im Vorjahr seien es  14,2 Millionen Euro gewesen, eine der höchsten Vergütungen unter Europas Managern.