Der Aufsichtsrat der Volksbank Brawo hat Heiner Arnoldi mit sofortiger Wirkung zum dritten Vorstand der Genossenschaftsbank bestellt. Die Bestellung erfolgt gut einen Monat nach der sofortigen Freistellung des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Brinkmann – und ist damit eine erste wichtige Weichenstellung für die Neuausrichtung des Instituts. Vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörde nimmt der 62-Jährige seine Arbeit zeitnah auf. Sein Mandat ist zunächst auf zwei Jahre befristet.
Arnoldi ergänzt als drittes Vorstandsmitglied das bestehende Duo aus Vorstandssprecher Lars Berkefeld und Carsten Ueberschär, der seit Januar 2026 im Amt ist und die Verantwortung für sämtliche Vertriebsaktivitäten der Bank trägt. Berkefeld begrüßte die Entscheidung des Aufsichtsrats ausdrücklich. Aufsichtsratsvorsitzender Detlef Bade hob hervor, Arnoldi habe als Bafin-Sonderbeauftragter bei der Volksbank Düsseldorf Neuss die DNA des genossenschaftlichen Bankensektors kennengelernt.
Die Volksbank Brawo ist mit einer Bilanzsumme von 6,4 Milliarden Euro und rund 793 Mitarbeitenden eine der größten Genossenschaftsbanken Norddeutschlands. Das Geschäftsgebiet umfasst die Regionen Braunschweig, Gifhorn, Peine, Salzgitter und Wolfsburg.
Sonderbeauftragter der Bafin
Arnoldi bringt für das Mandat einschlägige Vorerfahrung mit. Zuletzt war er als Sonderbeauftragter der Bafin mit Geschäftsleiterfunktion nach Paragraf 45c KWG (Marktfolge) bei der Volksbank Düsseldorf Neuss tätig, wo er von November 2024 bis Januar 2026 mit Geschäftsleiterfunktion die Neuausrichtung des Instituts begleitet hat. Anschließend war er dort bis März 2026 als strategischer Berater aktiv.
Mehr als zwölf Jahre bei Oppenheim
Zuvor verantwortete Arnoldi als Vorstandsmitglied der Deutschen Oppenheim Family Office – einer Tochter der Deutschen Bank – von 2019 bis 2022 unter anderem den Abbau des Work-out-Kreditportfolios sowie eines umfangreichen Private-Equity- und Immobilienbeteiligungsportfolios, das im Wesentlichen aus den Oppenheim-Esch-Immobilienfonds bestand. Parallel fungierte er als Arbeitsdirektor für das Gesamtunternehmen.
Seine Wurzeln in der Restrukturierung reichen tiefer: Ab April 2007 war Arnoldi bei der damaligen Privatbank Sal. Oppenheim jr. & Cie. tätig, zunächst als Leiter Real Estate Investment Banking, später als Leiter Investment Banking in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Nach der Übernahme von Sal. Oppenheim durch die Deutsche Bank übernahm er ab April 2012 die Verantwortung für den Bereich Legacy – also die strategische Abwicklung des Work-out-Kreditportfolios und der Beteiligungen. Ab April 2013 gehörte er der Geschäftsleitung an, im März 2017 wurde er in den Vorstand berufen. Insgesamt war Arnoldi mehr als zwölf Jahre für das Haus Oppenheim tätig.
Karrierebeginn bei Deutscher Bank und WestLB
Vor seiner Zeit bei Oppenheim war er ab Oktober 2004 als Bereichsvorstand Privat- und Firmenkunden bei der WestLB tätig, wo er die Bereiche Mergers & Acquisitions sowie Equity Investments leitete. Seine Karriere begann er 1990 bei der Deutschen Bank in Frankfurt, wo er zunächst im Bereich Corporate Finance arbeitete und von 1993 bis 1995 als persönlicher Assistent des Vorstands tätig war. Bis 2004 stieg er zum Direktor im Bereich Global Corporate Finance auf.