Hedgefonds-Strategien Stehen wir am Beginn einer Silbernen Ära?

Pressekonferenz von Fed-Chefin Janet Yellen: In einem Umfeld steigender Zinsen schlagen sich Hedgefonds generell besser | © Getty Images

Pressekonferenz von Fed-Chefin Janet Yellen: In einem Umfeld steigender Zinsen schlagen sich Hedgefonds generell besser Foto: Getty Images

Das makroökonomische Umfeld für Hedgefonds-Strategien ist bereits seit einigen Jahren nicht optimal. Jetzt könnte sich die Lage ändern. Zwei Gründe sprechen dafür: Zum einen haben einige Länder einen Richtungswechsel ihrer Geldpolitik eingeleitet, wodurch es zu Veränderungen im Währungsgefüge kommt. Zum anderen haben sich die geopolitischen Risiken verschärft. Diese Aspekte dürften die Alpha-Generierung von Hedgefonds-Strategien stützen und Chancen für Anleger eröffnen.

Wir möchten mit der weit verbreiteten Annahme aufräumen, dass alle Hedgefonds-Strategien ständig auf Hochtouren laufen und ins Extreme gehen. Wir wissen: Hedgefonds-Strategien sind eigentlich unaufgeregt und gehen mit lediglich geringer Volatilität einher. Wir wissen jedoch auch: Hedgefonds-Strategien können zur Diversifizierung beitragen und langfristiges Potenzial für Kapitalzuwachs liefern.

Mehr Rendite durch steigende Zinsen

Häufig wird übersehen, inwieweit sich Zinsen auf die Performance von Hedgefonds-Strategien auswirken. Weil die US-Zinsen nach historischen Tiefständen langsam wieder zu steigen beginnen, ergeben sich für bestimmte Hedgefonds-Strategien neue Chancen.

Setzt die US-Notenbank (Fed) ihren Kurs der Zinserhöhungen in diesem und im nächsten Jahr fort, entstehen Rahmenbedingungen, in denen Hedgefonds-Strategien sehr erfolgreich sein können. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt: Anziehende Zinsen gehen traditionell mit geringeren Cross-Asset-Korrelationen einher und schaffen damit Möglichkeiten zur Alpha-Generierung durch Hedgefonds.

Grafik: Cross-Asset-Korrelationen im Vergleich zu US-Zinssätzen

                                                                                                                  Quelle: Bloomberg

Auf der Grundlage von Beobachtungen aus der Vergangenheit können weiterhin steigende US-Zinsen Hedgefonds-Managern die Möglichkeit bieten, ein Alpha zu generieren, das doppelt so hoch wie die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen (derzeit bei 2,3 Prozent ) ausfällt.

Geopolitische Risiken können für Überrenditen sorgen

Weltweite geopolitische Risiken sind ein weiterer Faktor, der die Landschaft für Hedgefonds-Strategien verändern könnte. Infolge der geopolitischen Spannungen der jüngsten Zeit haben sich die Spreads wichtiger Währungen ausgeweitet. Größere Spreads haben in der Vergangenheit normalerweise zur Alpha-Generierung von Hedgefonds-Strategien beigetragen. Dieses Phänomen ist innerhalb der G7-Gruppe besonders ausgeprägt, weil sich diese Länder bemühen, wichtige Wechselkurse so zu steuern, dass ihre Währungen eng aneinander gekoppelt bleiben.

Demzufolge beginnt wohl noch nicht die Goldene Ära der Hedgefonds-Strategien – das ideale Umfeld zur Alpha-Generierung für Manager – doch könnten wir am Beginn einer Silbernen Ära stehen, in der sich erste günstige Gelegenheiten zeigen.