Hedgefonds-Strategien im zweiten Quartal Nach der Trump-Welle ergeben sich Chancen in Europa

Seite 2 / 2

Darüber hinaus ergeben sich aus der Schwäche von Euro und Pfund Sterling gegenüber dem US-Dollar, einhergehend mit der Marktvolatilität infolge andauernder geopolitischer Unsicherheit, Chancen für Manager durch gezielte Auswahl bestimmter Titel aus der Region. Europäische Unternehmen mit einer Kostenbasis in Euro oder Pfund Sterling, die Einnahmen in stärkeren Währungen wie dem US-Dollar erwirtschaften, dürften ebenfalls gut positioniert sein. Schließlich sehen viele Manager Chancen im Finanzsektor, da Banken in Europa in den vergangenen Jahren hart an der Bereinigung ihrer Bilanzen gearbeitet haben und stärker werden. Wir sind der Ansicht, dass viele dieser Institutionen höher als aktuell bewertet werden könnten.

Relative Value als Puffer gegen größere Ungewissheit

Dass Relative-Value-Strategien weniger direktional sind, macht sie inmitten größerer Ungewissheit an den Märkten nach wie vor attraktiv. Da die tatsächliche Volatilität sehr gering ist, bietet eine Relative-Value-Strategie, die auf Volatilität setzt, eine attraktive Asymmetrie zum Ausgleich anderer Anlagen.

Außerdem scheint die Strategie so positioniert zu sein, dass sie von einer zunehmenden Streuung profitieren wird. Angesichts der Richtungsänderung der US-Regierung bei der Fiskalpolitik sowie der aufkommenden politischen Realitäten in Europa und andernorts auf der Welt halten wir dieses Szenario für wahrscheinlich.

Zuletzt dürfte das unterschiedliche Vorgehen der Zentralbanken in den wichtigen globalen Volkswirtschaften bessere direktionale Anlagechancen eröffnen. Beispielsweise können grenzüberschreitende Bewertungen im Vergleich sehr attraktiv bewertet sein, insbesondere angesichts der Haltung der US-Notenbank zu Zinsanhebungen.

Andererseits wird in Japan und Europa nach wie vor über die Möglichkeit weiterer Lockerungsmaßnahmen diskutiert. Als Funktion dieser Dynamik sehen wir aktuell große Bewegungen bei Devisen und globalen Währungen, die wiederum konkrete Handelschancen mit Long- versus Short-Positionen bei Relative-Value-Strategien schaffen.

Katalysatoren für Event-Driven-Strategien bleiben bestehen

Unserer Einschätzung nach werden unternehmerische Aktivitäten 2017 robust bleiben und im Laufe des Jahres möglicherweise zunehmen. Es wird erwartet, dass die US-Regierung eine unternehmerfreundlichere Richtung einschlägt und das Ausmaß an Regulierung reduziert, besonders was das Kartellrecht angeht. Auch stehen möglicherweise zwei Änderungen der Abgabenordnung an, die unternehmerische Aktivitäten ankurbeln könnten – eine Steuererleichterung für die Rückführung von Barmitteln aus dem Ausland und eine deutliche Senkung der Unternehmenssteuer.

Merger Arbitrage ist weiterhin eine interessante Strategie für Anleger, die relativ konstante Renditen mit geringer Marktkorrelation anstreben. Auf Katalysatoren und Sondersituationen ausgerichtete Strategien lieferten 2016 gemischte Ergebnisse, was das Resultat der Marktvolatilität und einer Reihe von Situationen war, die negative Ergebnisse auswiesen.

Unserer Meinung nach wird sich das Umfeld verbessern, wenn der Markt Klarheit über die politischen Maßnahmen der US-Regierung gewinnt. Dennoch sollten Manager umsichtig vorgehen und Beta durch entsprechende Sicherungsgeschäfte reduzieren.

Aktivistische Manager werden voraussichtlich auch weiter nach schlecht geführten Unternehmen Ausschau halten, schnelle Lösungen wie Rückkäufe verlieren aber an Bedeutung. Aktivistische Manager, die einen Restrukturierungsansatz verwenden, brauchen mehr Zeit, bis die Strategie erste Erfolge zeigt, als das beim Financial Engineering der Fall ist.