Der US-Hedgefonds D.E. Shaw hat sich über Finanzinstrumente rund fünf Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert. Das geht aus einer Stimmrechtsmitteilung der Bank hervor, wie die Nachrichtenagentur „dpa“ meldet.
Hintergrund sei die mögliche Übernahme durch die Unicredit, die sich im September die Option gesichert hat, ihren Anteil an der Commerzbank von neun auf 21 Prozent zu erhöhen. In der Folge stieg der Aktienkurs der Commerzbank deutlich.
Unicredit auf dem Weg zum größten Commerzbank-Aktionär
Hedgefonds nutzen solche und ähnliche Situationen häufig. Sie beteiligen sich an Unternehmen, die vor Übernahmen oder größeren Beteiligungen stehen, weil sie auf Kursanstiege und Übernahmeprämien spekulieren.
Sollte die Unicredit ihre Option nutzen, wäre sie der mit Abstand größte Aktionär. Zum Vergleich: Der Bund hält lediglich 12 Prozent der Commerzbank-Anteile. Die Europäische Zentralbank hat die Aufstockung bisher allerdings nicht genehmigt.
Darüber hinaus hat die Unicredit laut „dpa“ die Erlaubnis beantragt, ihren Anteil an der Commerzbank auf 29,9 Prozent zu erhöhen. Ab 30 Prozent müsste sie ein öffentliches Übernahmeangebot vorlegen.
über D.E. Shaw
D.E. Shaw gehört zu den zehn größten Hedgefonds der USA. Zum 1. September verwaltete die Gruppe nach eigenen Angaben 60 Milliarden US-Dollar. Die Strategie des Fonds beruht auf wissenschaftlichen Analysen und versucht, Marktineffizienzen mit Hilfe qualitativer und quantitativer Berechnungen zu identifizieren.
Gegründet wurde der Fonds 1988 von David Shaw. Shaw war einer der Pioniere des computergestützten quantitativen Investierens. Zu den ehemaligen Mitarbeitern zählen unter anderem Amazon-Gründer Jeff Bezos sowie David Siegel und John Overdeck.
Siegel und Overdeck gründeten 2001 gemeinsam mit Mark Pickard Two Sigma, ein Hedgefonds, der inzwischen mehr als 67 Milliarden US-Dollar verwaltet.