Handelskrieg, Brexit & Co. Klassische Korrelationen sind 2018 ins Wanken geraten

Christoph Schon ist für das Applied Research in der EMEA-Region bei Axioma in London verantwortlich. | © Axioma

Christoph Schon ist für das Applied Research in der EMEA-Region bei Axioma in London verantwortlich. Foto: Axioma

Das Jahr 2018 war geprägt von einer Abfolge unterschiedlicher Risikoumfelder, einhergehend mit einem jeweils eigenen Muster von Marktbewegungen und Korrelationen zwischen den Anlageklassen. Die vorherrschenden Risiko- und Markttreiber waren erstens wachsende Inflationssorgen in den USA und die damit verbundenen Leitzinserhöhungen, zweitens eine Verflachung der Renditekurve, ausgelöst durch wachsende, geopolitische Risiken, und drittens die zunehmende politische Polarisierung in Europa.

Insbesondere der simultane Ausverkauf an den Aktien- und Rentenmärkten im Februar stellte Anleger vor eine große Herausforderung, vor allem mit Blick auf Diversifikationsmöglichkeiten. Einen Lichtblick boten dabei jedoch alternative Anlageformen wie Öl und Gold, die sich vermehrt von anderen Asset-Klassen abkoppelten und in einigen Krisenperioden entgegen der Trends positive Renditen verbuchen konnten.

Inflationssorgen und Zinserhöhungen

Während 2017 steigende Konsumentenpreise noch als Zeichen einer sich erholenden Wirtschaft gesehen wurden — was zu Kurssteigerungen bei den Aktien und höheren Renditen an den Rentenmärkten führte — drehte sich dieser Trend Anfang Februar dieses Jahres dramatisch um. Wiederaufflammende Inflationssorgen in den Vereinigten Staaten führten zu gleichzeitigen Kursverfällen an den Aktien- und Rentenmärkten. Der Dollar hingegen profitierte von der Aussicht auf aggressivere Zinserhöhungen durch die US-Notenbank.

Für US-Anleger stellte dieses Szenario die größte Herausforderung dar. Während vorher Kurseinbrüche an den Aktienmärkten zu Qualitätsflucht in Staatsanleihen geführt hatten, war eine Diversifikation in Rentenpapiere aufgrund des gleichzeitigen Preisverfalls bei beiden Asset-Klassen nun nicht mehr möglich. Gleichzeitig bedeutete die US-Dollar-Aufwertung, dass ausländische Anlagen zusätzlich an Wert verloren. Dies schränkte die verfügbaren Optionen zur Risikoreduzierung drastisch ein.

Europäische Anleger hatten aufgrund der starken Vernetzung der globalen Aktien- und Rentenmärkte zwar auch mit simultanen Kurseinbrüchen zu kämpfen, allerdings wurden diese für US-amerikanische Papiere zumindest teilweise durch die Dollaraufwertung abgemildert. Auch gab es regelmäßig Perioden —wie zum Beispiel im Mai dieses Jahres — in denen die europäischen Börsen nicht zwangsläufig ihren nordamerikanischen Gegenstücken folgten.

Handelskrieg und Kurvenverflachung

Die stetigen Zinserhöhungen der Federal Reserve Bank führten zu einem signifikanten Renditeanstieg bei kurzfristigen US-Staatspapieren. Gleichzeitig sorgten aber auch anhaltende, geopolitische Unsicherheiten und die damit einhergehende Nachfrage nach sichereren Anlageformen dafür, dass die Zinssätze auf längerfristige Staatsanleihen nur mäßig anwuchsen. Dies resultierte in einer signifikanten Verflachung der US-Zinskurve. Allerdings blieb die gefürchtete Inversion — üblicherweise ein Vorbote für eine bevorstehende Rezession — bislang aus.

Eines der größten geopolitischen Risiken des Jahres 2018 war der Handelskonflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten. Das vorherrschende Verhaltensmuster an den Finanzmärkten in diesem Umfeld war eine Flucht in Qualitätstitel, in der Anleger ihr Geld von riskanten Aktien in die relative Sicherheit von Staatsanleihen umschichteten. Dadurch ergaben sich gute Diversifikationsmöglichkeiten für ausgewogene Anleger.