Handeln auf eigene Rechnung Die Hedgefonds-Szene schrumpft

Hedgefonds-Manager verbuchten im vergangenen Jahr Verluste und Mittelabflüsse. | © Getty Images

Hedgefonds-Manager verbuchten im vergangenen Jahr Verluste und Mittelabflüsse. Foto: Getty Images

Das von Hedgefonds verwaltete Anlagekapital ist im vergangenen Jahr geschrumpft. Das belegen Zahlen des Analysehauses Hedge Fund Research (HFR). Demnach zogen Anleger binnen zwölf Monaten 34 Milliarden US-Dollar ab. Das entspricht rund einem Prozent des gesamten Hedgefonds-Anlagekapitals. Laut HFR verwalteten die Anlagevehikel am Jahresende 2018 insgesamt etwa 3,11 Billionen US-Dollar.

Auf ein äußerst verlustreiches Jahr blickt Hedgefonds-Manager David Einhorn zurück. Laut Bloomberg verloren die in seinem Anlagevehikel Greenlight Capital gebündelten Anlagen gut ein Drittel (34 Prozent) an Wert, berichtet die Börsen-Zeitung. Investoren zogen 1,7 Milliarden Dollar ab. 

Nach Angaben von Hedge Fund Research erging es zahlreichen Managern ähnlich. Rund zwei Dutzend Fonds verzeichneten Abflüsse von mehr als 500 Millionen Dollar. Doch nicht alle Hedgefonds verbuchten 2018 Verluste und Mittelabflüsse. Laut Börsen-Zeitung profitierten manche Anlagegurus von den turbulenten Entwicklungen an den Finanzmärkten. Beispielsweise habe der Fonds von Robin Crispin William Odey um mehr als die Hälfte (53 Prozent) zugelegt. Der Oxford-Absolvent soll vor dem EU-Referendum gegen das Pfund gewettet haben. Außerdem habe er an Leerverkäufen von Aktien des deutschen Zahlungsabwicklers Wirecard verdient.

Die Gründe für die Hedgefonds-Abflüsse sind vielfältig. Kenneth Heinz, Präsident des Marktforschers HFR, führt sie auf die Liquidierung einiger großer Fonds zurück. Zudem habe sich eine Reihe von Anbietern zurückgezogen und ihre Anleger ausgezahlt. Andere hätten ihre Vehikel zu Family Offices umgewandelt und verwalteten keine Gelder mehr für Dritte.