Hamburger Pensionsverwaltung im Interview „Jetzt drehen wir den Ansatz wieder um“ 

V.l.n.r.: Michael Saß, Sven Johannsen und Thomas Schmidt von der Hamburger Pensionsverwaltung.

V.l.n.r.: Michael Saß, Sven Johannsen und Thomas Schmidt von der Hamburger Pensionsverwaltung. Bildquelle: Marvin Dibbern

private banking magazin: Welche Entwicklungen treiben die institutionelle Altersvorsorge gerade am stärksten an?

Michael Saß: Auf der regulatorischen Seite steht die Rentenreformkommission ganz oben. Uns interessiert vor allem, wie die zweite Säule dort bedacht wird. In der aktuellen Regierungskoalition liegt bis dato ein starker Fokus auf der langfristigen Verlässlichkeit der ersten Säule. Die Frage ist: Gelingt es, auch ein Obligatorium für die zweite Säule einzurichten? Eine breitere Beitragsbasis wäre ein wichtiger Schritt für die betriebliche Altersversorgung.

Thomas Schmidt: Auf der Kapitalanlageseite prägt uns die Zinswende. Nach der langen Niedrig- und Negativzinsphase folgten Inflation und ein steiler Zinsanstieg – den viele Marktteilnehmer so nicht erwartet hatten. Wir hatten das frühzeitig prognostiziert, das hat uns im Hinblick auf die Positionierung der Anlagen geholfen. Heute stellen sich andere Fragen: Wie gehen wir mit weiterhin hohen Bewertungen an den Kapitalmärkten sowohl auf der Equity- als auch der Credit-Seite um? Wie sichern wir stabile Erträge, ohne künftige Marktwertverluste zu riskieren, und halten die Volatilität in den Ergebnissen der verwalteten Pensionseinrichtungen niedrig?

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