Private Banking-Standorte Hamburg hui, Berlin pfui

Finanzmetropole Frankfurt | © Getty Images

Finanzmetropole Frankfurt Foto: Getty Images

Deutschlands Hauptstadt ist keine Private Banking Stadt, so das Fazit, das die Forscher der Unternehmensberatung Stephan aus ihrer Private Banking-Studie 2011 gezogen haben. Denn die Banker, die in der Hauptstadt besonders vermögende Kunden und Familien betreuen, generieren weniger Erträge als ihre Kollegen in anderen deutschen Großstädten. Das schlägt sich auch auf die Gehälter nieder.

Wie die Studie ergab, betreut ein Private Banker durchschnittlich 58 Familienverbünde mit einer Depotgröße von im Schnitt1,37 Millionen Euro. Damit ist jeder Mitarbeiter bundesweit für rund 80 Millionen Euro verantwortlich. Das sind rund 15 Prozent mehr als im Jahr 2009. „Grund dafür ist unter anderem, dass sich die Kapitalmärkte zwischen Mitte 2009 und Mitte 2011 deutlich positiv entwickelt haben“, so die Forscher.

Wie hoch das betreute Vermögen ist unterscheidet sich von Stadt zu Stadt – um bis zu 40 Prozent. In Berlin betreuen die Vermögensverwalter mit rund 58 Millionen Euro pro Private Banker im Bundesdurchschnitt die geringsten Volumina. In Frankfurt am Main wird mit rund 94 Millionen Euro das meiste Geld pro Mitarbeiter betreut.

Das gleiche gilt auch für die Erträge pro Banker, die in Berlin am niedrigsten sind. So bringt ein durchschnittlicher Berater seiner Bank 720.000 Euro im Jahr ein. Berliner Banker kommen hingegen lediglich auf 490.000 Euro jährlich. Angesichts dieser Ertragssituation müsse die Frage gestellt werden, ob Berlin als Standort für Niederlassungen im Private Banking Bereich zielführend sei, so die Forscher.

Banker in Frankfurt, München und Köln/Düsseldorf verdienen am meisten

Die regionalen Unterschiede schlagen sich auch in den Gehältern nieder. Die höchsten Einkommen erzielen im Bundesdurchschnitt mit fix Euro 104.000 jährlich und variabel Euro 29.000 jährlich Private Banker in Frankfurt, gefolgt von München, Köln/Düsseldorf und Hamburg. Am wenigsten zahlen die arbeitgeber in Berlin, wo ein durchschnittlicher Private Banker fix Euro 74.000 jährlich und variabel Euro 14.000 jährlich verdient. Damit liegt in Deutschland der Einkommensunterschied im Durchschnitt - je nach Region - beim Fixeinkommen bei rd. 30 Prozent und beim variablen Einkommen sogar bei über 50 Prozent.

Im Vergleich zu 2009 haben sich die Banker-Gehälter leicht verändert. Die Fixeinkommen sind von Euro 92.000 jährlich auf Euro 95.000 jährlich gestiegen. Die variablen Einkommen haben sich von Euro 23.000 jährlich auf Euro 21.000 jährlich verringert. „Grund für die Verringerung der variablen Vergütung ist, dass einige Institute für 2010 eingeschränkte oder keine Boni zahlten und teilweise „quasi fixe“ Bonus-Komponenten – aufgrund regulatorischer Vorgaben - ins Fixum einbezogen haben“, erklären die Forscher.

Auch der Ertrag pro Berater sowie die Margen gingen im Vergleich zu 2009 zurück.

Hintegrundinfo: Im Rahmen der Studie wurden 940 Mitarbeiter von Finanzinstituten, die Kunden ab einem frei verfügbaren Vermögen
von 500.000 Euro beraten, befragt