Gutes tun, tut gut – Teil 4 Den passenden Projektpartner für soziale Investments finden

David Beckham als Sonderobtschafter: Nicht jedes soziale Projekt muss direkt eine so bekannte „soziale Marke“ wie das Kinderhilfswerke Unicef sein | © Getty Images

David Beckham als Sonderobtschafter: Nicht jedes soziale Projekt muss direkt eine so bekannte „soziale Marke“ wie das Kinderhilfswerke Unicef sein Foto: Getty Images

Die Strategie steht, die Ziele sind definiert – nun geht es darum, den passenden Projektpartner für ein soziales Investment oder Engagement zu finden. Bei vielen Themen ist das Angebot an potenziellen Partnern so groß, dass Sie eine Vorauswahl treffen müssen. Welcher Projektpartner ist in der Lage, Ihre Vorstellungen umzusetzen und diejenigen Wirkungen zu erzielen, die Sie sich vorgenommen haben?

Falls Sie mit einer eigenen Stiftung liebäugeln: Die können Sie später immer noch errichten. Engagement-Einsteigern sei empfohlen, sich zunächst mit einer etablierten Organisation zusammenzutun, die sich im jeweiligen Bereich auskennt, und aus der gemeinsamen Arbeit zu lernen.

Ebenso, wie man sein erstes Investment nicht auf bloßen Verdacht hin in den Rohstoffmarkt pumpt, gibt es auch beim gemeinnützigen Investments einiges zu beachten. Organisationen sorgen hier für die nötige Professionalität.

Anhand der folgenden Fragen können Sie das Profil eines Projektpartners erstellen:  
  • Marke oder No Name: Möchten Sie in eine etablierte und bekannte Organisation investieren, eine soziale Marke, wie beispielsweise Ärzte ohne Grenzen oder Unicef? Oder beabsichtigen Sie eher, gemeinsam mit einer neu gegründeten Organisation ein neues Tätigkeitsfeld zu besetzen?

  • Organisationsgröße: Stört es Sie, wenn die Organisation vor allem mit ehrenamtlichen Mitarbeitern arbeitet? Oder bevorzugen Sie hauptamtliche Strukturen? Soll die Organisation auf Wachstum angelegt sein?

  • Ausrichtung: Möchten Sie mit einer großen, überregionalen Organisation zusammenarbeiten oder mit einer kleinen, lokalen? – Beides hat Vor- und Nachteile. Die Verwaltung einer großen Organisation schafft Professionalität, während eine kleine Organisation möglicherweise flexibler reagiert. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch klären, wie wichtig Ihnen eine konfessionelle Bindung der Organisation ist.

  • Fokussierung: Sollte die Organisation sich auf den Bereich fokussieren, der Ihnen wichtig ist, oder soll sie breiter aufgestellt sein und auch über Kompetenzen in anderen Feldern verfügen?

  • Finanzen: Wie wichtig ist Ihnen, dass die Organisation als gemeinnützig anerkannt ist? Möchten Sie Ihre Spenden steuerlich absetzen? Legen Sie Wert darauf, dass die Organisation am Ende des Jahres einen geprüften Jahresabschluss veröffentlicht?

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EXKURS: Außer Spesen nichts gewesen – die Verwaltungskosten
Vernachlässigen Sie die Verwaltungskosten. Deren Höhe sagt nämlich nichts darüber aus, was die Organisation mit ihren Projekten tatsächlich bewirkt.

Im Gegenteil: Zu niedrige Verwaltungskosten können sogar ein Zeichen dafür sein, dass eine Organisation wenig professionell und nicht nachhaltig aufgestellt ist. Wer Spenden in Millionenhöhe verwaltet, braucht bestens ausgebildetes Personal, eine vernünftige Buchhaltung, eine informative Website. All dies stellt klassischerweise Verwaltungskosten dar.

Natürlich sollten Verwaltungskosten nicht ausufern und Luxus-Dienstwagen angeschafft werden. Deshalb können sich Investoren an der Faustregel des DZI orientieren, dass Werbe- und Verwaltungskosten in Höhe von bis zu 35 Prozent der jährlichen Gesamtausgaben vertretbar sind.
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