Alternatives-Studie Guter Ausblick für Deutschland und Italien, Trendwende bei Hedgefonds

Das Deckblatt der Studie von Preqin und Amundi

Das Deckblatt der Studie von Preqin und Amundi: „Alternative Assets in Europa 2021“ untersuchte die alternativen Märkte von 13 europäischen Ländern Foto: Preqin / Amundi

Preqin, ein Anbieter von Daten, Analysen und Marktinformationen zu alternativen Assets, hat zusammen mit dem Vermögensverwalter Amundi den Bericht „Alternative Assets in Europa 2021“ veröffentlicht. Die Studie untersucht, wie sich die Branche der Alternative Assets in den wichtigsten Bereichen und Anlageklassen entwickelt hat, und zeigt derzeitieg Trends in 13 europäischen Schlüsselmärkten auf. „In den vergangenen 12 Monaten haben wir weiter investiert, um anhand unseres Netzwerks von mehr als 170.000 Fachleuten für alternative Anlagen bessere Daten, Tools und Einblicke zu bieten, die helfen, neue Möglichkeiten zu entdecken, Leistung zu bewerten und erstklassige Branchenpartner zu finden“, so Mark O'Hare, Chef von Preqin.

Dem Bericht zufolge verfügten die in Europa ansässigen Fondsmanager für alternative Assets im Dezember 2020 über ein verwaltetes Vermögen von 2,06 Billione Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Anstieg von mehr als 13 Prozent. Alternatives seien zudem auf dem besten Weg, 2021 zu einem Rekordjahr für die Mittelbeschaffung zu machen. In den vergangenen fünf Jahren ist das verwaltete Vermögen um 58 Prozent gestiegen. Europa, wobei Großbritannien mit Abstand führend ist (siehe Grafik), macht damit nun 24 Prozent der globalen Investments für alternative Assets aus. Private Equity und Venture Capital (PEVC) bestätigt dabei seine Spitzenposition als die größte alternative Anlageklasse in Europa mit 866 Milliarden Euro. Danach kommen Hedgefonds mit 581 Milliarden Euro AUM (Assets under Management).

Privatkapital in Europa auf einen Blick


„Es ist noch zu früh, um zu wissen, ob der Trend vorübergehend oder strukturell ist, aber es ist notwendig, sich Schutz vor einem Wiederaufleben der Inflation zu suchen, für die bestimmte so genannte "sichere" Anlageklassen soch stark empfehlen“, sagt Dominique Carrel-Billiard, Chef von Amundi Real Assets.

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Für einen strukturellen Wandel spricht, dass im ersten Halbjahr 2021 Manager in Europa 59 Prozent des gesamten Fundraising-Volumens von 2020 einsammeln konnten. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie war dies der zweithöchste jemals gemessene Wert. Die im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossenen Privat-Kapital-Transaktionen liegen bereits bei 83 Prozent des Gesamtwerts des Vorjahres. Risikokapital, Infrastruktur und Private Equity waren hier die aktivsten Bereiche.

In Deutschland spielen auch Immobilien mit 22,4 Prozent eine große Rolle (siehe Grafik). Die Aussichten für die größte Volkswirtschaft Europas sind laut Studie positiv. Der Markt für Alternatives ist hierzulande kleiner als in Frankreich und Großbritannien, was darauf hindeutet, dass es Spielraum für weiteres Wachstum gibt. In wirtschaftlicher Hinsicht hat Deutschland, laut Studie, die Pandemie besser überstanden als die meisten anderen Länder, und seine Private-Equity- und Infrastrukturindustrien haben sich in robuster Verfassung gezeigt. Beide sind gut aufgestellt, um das Land Land beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Zukunft zu unterstützen.

Verwaltetes Vermögen in Deutschland in Milliarden Euro nach Anlageklassen

Die seit dem zweiten Quartal 2020 stärker gewordenen Aktien- und Fremdkapitalmärkte führten zu lebhaften Verkaufsaktivitäten. Dazu zählten nicht nur Börsengänge, sondern auch Tradings und Refinanzierungen. Die Renditedaten von Limited-Partnership-Fonds in den ersten Jahren seien zwar nur ein Indikator für die künftige Performance. Der Mittelwert der Nettorenditen für Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds (PEVC) des Jahres 2018 lag aber bei 22,0 Prozent, während er zuvor bereits in den Jahren 2011 bis 2017 von 14,0 Prozent bis 19,4 Prozent gestiegen war. Diese Leistungsaussichten könnten zukünftig noch mehr Kapital in europäische alternative Anlagen locken.