Guo Guangchang Fosun-Chef offenbar am Flughafen von Polizei abgeführt

Chinesischer Milliardär und Fosun-Gründer Guo Guangchang | © Fosun

Chinesischer Milliardär und Fosun-Gründer Guo Guangchang Foto: Fosun

Guo Guangchang, Milliardär und Eigner der chinesischen Beteiligungsfirma Fosun, ist offenbar seit Donnerstag verschwunden. Das berichtet das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“. In Sozialen Netzwerken gab es Meldungen darüber, dass Guo am Flughafen von Schanghai am Donnerstag von Polizisten abgeführt worden sei.

Das Online-Portal „China Money Network“ berichtet über mögliche Korruptionsermittlungen gegen den Milliardär. Bereits im August sei Guo und sein Unternehmen Fosun im Zusammenhang mit Korruptionsermittlungen gegen den früheren Chef der staatlichen Bright Food Group, Wang Zongnan, von einem Gericht genannt worden. Wang wurde damals zu 18 Jahren Haft verurteilt.

Die Nachricht vom Verschwinden Guos hat die Aktienmärkte in Hongkong und auf dem Festland erschüttert. Am Freitag wurden die Aktien von Fosun in Hongkong vom Handel ausgesetzt. Die Papiere waren bis dahin um rund 11 Prozent eingebrochen.

Fünffacher Milliardär

Das Vermögen von Guo beträgt laut Bloomberg umgerechnet 5,1 Milliarden Euro. Auf der Bloomberg-Liste der reichsten Chinesen steht er auf Platz 17. Zudem ist Fosun eines der größten chinesischen Privatunternehmen.

Die Einkaufstour in Europa durch Fosun und deren Töchter hatte zuletzt Aufmerksamkeit erregt: Guo wollte ein Finanz- und Freizeit-Konglomerat in China und Europa aufbauen und hatte unter anderem große Anteile am Club Mediterranee und Cirque du Soleil erworben. Zuletzt hatte er sich ein Wettbieten mit der französischen Bank Oddo & Cie um die Bankengruppe BHF Kleinwort Benson geliefert. Zuvor hatte er die Privatbank Hauck & Aufhäuser unter Vorbehalt der Zustimmung der entsprechenden Aufsichtsbehörden gekauft.

Guos Verschwinden kommt zu einer Zeit, in der die Regierung von Präsident Xi Jinping hart gegen Korruption im Land vorgeht. Dutzende, oft hochrangige Vertreter von Staatsunternehmen wurden bislang festgenommen oder befragt. Geschäftsmänner wurden im Zuge vorheriger Ermittlungen manchmal wochenlang für Befragungen festgehalten, ohne dass die Öffentlichkeit darüber informiert worden war.