MLP-Treasurer im Gespräch „Wir würden Green Bonds kaufen“

Ralf Eipl leitet das Team „Eigenhandel und Liquiditätssteuerung“ bei MLP Banking. | © MLP

Ralf Eipl leitet das Team „Eigenhandel und Liquiditätssteuerung“ bei MLP Banking. Foto: MLP

private banking magazin: Herr Eipl, Treasury-Abteilungen sind für Unternehmen und Banken überlebensnotwendig, sorgen sie doch dafür, dass ihnen die Liquidität niemals ausgeht. Was ist das Besondere an der Treasury-Abteilung von MLP?

Ralf Eipl: Das Besondere ist, dass wir nicht nur die Liquidität des MLP-Konzerns und der einzelnen Tochterunternehmen sicherstellen, sondern noch zahlreiche weitere Aufgaben erfüllen. Das sehen Sie schon an der Bezeichnung des Teams: Eigenhandel und Liquiditätssteuerung. Wir verfügen in der Tochtergesellschaft MLP Banking innerhalb des MLP-Konzerns über eine Vollbanklizenz. Zusammen mit den unterschiedlichsten Marktfolgebereichen übernehmen wir aber gleichzeitig auch für andere Unternehmen der MLP-Gruppe hausinterne Bankfunktionen sowie verschiedene Treasury-Aufgaben.

Das klingt nach einem bunten Themenstrauß. Was machen Sie konkret?

Eipl: Meine Mitarbeiter und ich kümmern uns natürlich um die kurzfristige Liquiditätssteuerung. Das betrifft auch die Analyse der Zinslandschaft, die Fristentransformation und die Liquiditätsplanung auf unseren Konten. Darüber hinaus befassen wir uns mit der mittelfristigen Kapitalanlage. Mein Team investiert sowohl Kundengeld als auch Eigenkapital von MLP.

Spielt Fremdkapital für MLP in der Refinanzierung eine Rolle?

Eipl: Das Fremdkapital der MLP Banking AG besteht überwiegend aus Kundeneinlagen. Wir sehen derzeit auch keinen weiteren Refinanzierungsbedarf.

In welche Anlageklassen investieren Sie?

Eipl: Wir bewegen uns überwiegend in Cash, Termingeld und Fixed Income.

Zinsen, Kredite, Liquidität: Muss man heute als Treasurer neben diesem Dreiklang auch die Nachhaltigkeit im Tagesgeschäft verankern, um allen Ansprüchen gerecht zu werden?

Eipl: Ja, das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt uns immer mehr. Wir haben bei MLP beispielsweise ein Nachhaltigkeitsmanagement inklusive Nachhaltigkeitsbericht installiert. Das Akronym ESG – es steht für Environmental, Social, Governance – ist für alle Unternehmen der MLP-Gruppe wichtig; damit beeinflusst es auch die Arbeit meines Teams. 

Auch in der Kapitalanlage?

Eipl: Jede einzelne unserer Anlageentscheidungen wird intern mehrfach hinterfragt. Bevor wir investieren oder finanzieren, analysieren wir zusammen mit unserem Kreditbereich natürlich jedes einzelne Geschäftsmodell im Detail. Explizite ESG-Kriterien berücksichtigen wir hier zwar noch nicht, allerdings sind wir grundsätzlich sehr kritisch bei der Analyse des Geschäftsmodells und lassen im Zweifelsfall die Finger von dem betreffenden Unternehmen. Wir verfolgen eine sehr konservative Ausrichtung für die Anlage der Gelder. Das ist für uns selbstverständlich.