Green Bonds Eine Anlageklasse wird erwachsen

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Ein funktionierender Markt braucht Standards

Auch wenn in den vergangenen Jahren schon viel erreicht wurde, ist der Begriff Green Bond noch immer nicht klar definiert. Ohne verbindliche Standards können zwar freiwillige Richtlinien wie die Green Bond Principles oder Kriterien der Climate Bond Initiative herangezogen werden, doch damit der Markt auch qualitativ wachsen kann, brauchen Anleger klare Definitionen dessen, was eine grüne Anleihe ist und welche Projekte damit finanziert werden können. Zudem sollte geregelt sein, wie Investoren Zugang zu Informationen wie der erzielten Umweltwirkung erhalten. Wichtige Impulse kommen derzeit aus der Europäischen Union.

Der Action Plan for Sustainable Finance der EU-Kommission vom Mai 2018 sieht vor, eine EU-Taxonomie für ökologisch nachhaltige Aktivitäten, einen EU-Standard für Green Bonds, Benchmarks für kohlenstoffarme Anlagestrategien und verbindliche Regeln für Emittenten zu schaffen. Dieses geplante europäische Gütesiegel würde nicht nur die Transparenz des Marktes und das Vertrauen der Anleger stärken, sondern ist auch für den globalen Markt ein starkes Signal. Europas Anteil am weltweiten Green-Bonds-Markt lag laut BNP Paribas Asset Management 2017 bei 34 Prozent.

Allerdings gibt es durchaus noch Nachholbedarf: So ist etwa eine generelle Reporting-Pflicht während der Laufzeit einer Anleihe bisher nicht vorgesehen. Vielmehr muss der Emittent darüber Auskunft geben, ob er die Umweltwirkung seiner Projekte überwacht oder nicht. Nur wenn er dies tut, muss der gemessene oder berechnete Umweltnutzen auch offengelegt werden. Auch hierzu sehen die EU-Pläne zurzeit noch keine ausreichende Vereinheitlichung vor, wie Emittenten diesen nachweisen müssen.

Investieren für mehr Transparenz

Daher sind die Investoren gefragt, zusammen mit Emittenten auf einen transparenteren Markt hinzuwirken. Durch einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch können Investoren helfen, die Bedeutung nachhaltigen Wirtschaftens in den Führungsetagen der Unternehmen zu verankern und Prozesse zu verbessern. Der direkte Kontakt mit den Emittenten ist bei BNP Paribas Asset Management daher fester Bestandteil des Investmentprozesses, um sicherzustellen, dass die Investitionen wirklich einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben. Doch auch wenn das Fondmanagement eine Anleihe ausschließt, wird der Kontakt zum Emittenten nicht abgebrochen. Vielmehr informiert BNP Paribas Asset Management den betroffenen Emittenten über die Gründe und versucht, gemeinsam mit ihm die Ursachen zu beheben. Sollte sich die Bewertung in Zukunft verbessern, kann die Anleihe auch erneut zum Kauf in Betracht gezogen.

Mit einem globalen Anleihevolumen, das bald die Marke von 500 Milliarden US-Dollar erreichen könnte, ist der Green-Bonds-Markt zu einer treibenden Kraft für mehr Umweltschutz geworden. Damit liegt es auch in der Hand der Anleger, ganz gleich ob direkt oder indirekt, die grüne Finanzagenda weiter voranzutreiben.


Über den Autor:
Felipe Gordillo ist Senior-ESG-Analyst bei BNP Paribas Asset Management und dort für die Umsetzung der BNP Paribas AM Green Bonds Strategie verantwortlich. Zudem leitet er das Research und Engagement im Bereich Immobilien und ist Co-Leiter der Immobilien-Arbeitsgruppe der Institutional Investor Group on Climate Change (IIGCC).

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