Green Bonds Die größten Irrtümer und wichtigsten Fakten zu Öko-Anleihen

Mode aus Palmholz und -blättern des französischen Designers Patrick Lafrontiere. Bei Investoren steigt das Interesse an nachhaltigen Anlagen. | © Getty Images

Mode aus Palmholz und -blättern des französischen Designers Patrick Lafrontiere. Bei Investoren steigt das Interesse an nachhaltigen Anlagen. Foto: Getty Images

Es ist kaum verwunderlich, dass der Markt für grüne Anleihen in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Das globale Bewusstsein für die Umwelt und den Klimaschutz nimmt zu – unter anderem auch durch das Pariser Klimaabkommen. Seit rund einem Jahrzehnt können Emittenten und Investoren mit einem Engagement in Green Bonds positive Renditen erwirtschaften und gleichzeitig Gutes für die Umwelt tun. Denn Green Bonds finanzieren eine Vielzahl verschiedener Initiativen für eine nachhaltigere Umwelt, darunter zum Beispiel erneuerbare Energien, Verschmutzungsprävention, Energieeffizienz und den Erhalt der Artenvielfalt. Doch was sind Green Bonds überhaupt, was zeichnet sie aus und welche Irrtümer kursieren über sie?

1. Green Bonds sind projektbezogene Anleihen

FALSCH – Green Bonds sind keine projektbezogenen Anleihen. In fast allen Fällen handelt es sich bei grünen Anleihen um vorrangig unbesicherte Anleihen, bei denen der Emittent das Kreditrisiko trägt. Das ist die häufigste Form der Anleiheemission und aus der Sicht von AXA IM einer der Hauptgründe für die weit verbreitete Ausgabe von Green Bonds durch Emittenten mit Benchmark-Größe und institutionelle Investoren. Im Zuge der jüngsten Entwicklung des Green-Bond-Marktes wurden auch nachrangige Anleihen und andere Wertpapier-Arten wie Asset-Backed-Securities verfügbar.

2. Grüne Anleihen entwickeln sich schlechter als konventionelle Anleihen

FALSCH – Grüne Anleihen sind vorrangig unbesicherte Anleihen. Unter der Annahme, dass alle Merkmale der Anleihe (Emittent, Laufzeit, Währung usw.) gleich sind – bis auf den Unterschied, dass die Anleihe entweder grün oder grau (nicht-grüne Anleihen) ist, zeigt das Research von AXA IM keinen signifikanten Unterschied im Primär- oder Sekundärmarkt.

3. Es ist unklar, was grüne Anleihen finanzieren

FALSCH – Der wesentliche Unterschied zwischen einer grünen und einer grauen Anleihe besteht darin, dass der Erlös aus der Anleihe speziell für die Finanzierung von ökologisch wertvollen Projekten verwendet wird. Die Erlöse aus grauen Anleihen haben eine breite Palette von Verwendungsmöglichkeiten, sind aber in den meisten Fällen für den allgemeinen Unternehmenseinsatz bestimmt.

Als absolutes Minimum erwartet AXA IM von den Emittenten von Green Bonds, dass sie transparent sind – also genau darlegen, für was die Erlöse verwendet werden. Die Art der Transparenz ist unterschiedlich. Einige offenbaren Details zu jedem einzelnen Projekt, das pro Green Bond finanziert wird. Andere bieten diese Detailgenauigkeit möglicherweise nicht, weil es schlicht und einfach nicht praktisch darstellbar wäre – unter anderem wenn sie Tausende von kleinen Projekten finanzieren, die die Umweltkriterien des Emittenten erfüllen.