So stellen Versicherungen ihre Kapitalanlage um Über 40 Prozent der Versicherer wollen Durationsrisiken erhöhen

Volker Anger, Alexandra Wilson-Elizondo und Michael Siegel von Goldman Sachs

Volker Anger, Alexandra Wilson-Elizondo und Michael Siegel von Goldman Sachs: Der Asset Manager hat Versicherungen zur Kapitalanlage befragt. Foto: Goldman Sachs Asset Management

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Versicherungen hadern in der Kapitalanlage mit der aktuellen Kreditqualität. Das ist eine der Erkenntnisse, die sich in einer neuen Umfrage von Goldman Sachs Asset Management ablesen lassen. Für die 13. Annual Global Insurance Survey hat der Asset Manager im Januar und Februar dieses Jahes 359 Investment- und Finanzchefs von von Versicherungsunternehmen befragt, die zusammen mehr als 13 Billionen US-Dollar an Bilanzvermögen repräsentieren.

 

„Nachdem die wirtschaftlichen Erträge im vergangenen Jahr besser als erwartet ausgefallen waren, sind die Versicherer für die Märkte und die Weltwirtschaft im Jahr 2024 verhalten optimistisch“, erklärt Michael Siegel, globaler Leiter Insurance Asset Management und Liquidity Solutions bei Goldman Sachs Asset Management. Die schwachen Renditen aus 2022 seien noch nicht vergessen und die Inflation bleibe weltweit auf erhöhtem Niveau.

 

Das größte Risiko für die Portfolios sehen die Investmentchefs in Wirtschaftsabschwung in den USA. In 2023 für realistisch halten ihn allerdings nur 16 Prozent der Befragten, in den kommenden drei Jahren erwartet aber jeder Zweite eine US-Rezession. Eine Rezession in China spielt dagegen nur für 7 Prozent der Befragten eine große Rolle. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Sorgen um eine Inflation deutlich nachgelassen: 42 Prozent sehen sie als Risiko, 2023 waren es noch 55 Prozent.

Risiko-Ausweitung laut Goldman-Sachs-Experten nicht nötig

„Vor diesem Hintergrund und angesichts des gegenwärtigen Renditeniveaus müssen Versicherungsunternehmen das Risikospektrum nicht ausweiten, um gute risikobereinigte Renditen zu erzielen“, ergänzt Alexandra Wilson-Elizondo. Man könne von den aktuell höheren Zinsen über verschiedene Laufzeiten profitieren. Weitere Möglichkeiten wären liquide Spread-Produkte sowie manche Verbriefungsinstrumente Investitionen in private Märkte.

83 Prozent der Befragten erwarten, dass die Renditen auf zehnjährige US-Treasuries bis Ende 2024 auf dem gleichen oder unter dem Niveau liegen werden, auf dem sie sich zum Zeitpunkt der Umfrage befanden. Dagegen gehen 17 Prozent davon aus, dass die Renditen 4,25 Prozent übersteigen werden.

 

„Im vergangenen Jahr erlebte Fixed Income ein starkes Comeback und Versicherungsunternehmen zeigten wieder deutlich mehr Interesse an der Anlageklasse“, sagt Volker Anger, Leiter Insurance Asset Management für Kontinentaleuropa bei Goldman Sachs Asset Management. „In diesem Jahr sind sie risikofreudiger und bevorzugen neben hochwertigen Fixed-Income-Anlagen auch Private Credit, das zu einer schrittweisen Ertragssteigerung, besserer Diversifikation, Schutz vor Verlustrisiken und stabilen Renditen beitragen kann.“

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Um sich höhere Renditen zu sichern, wollen 42 Prozent der Befragten 2024 das Durationsrisiko erhöhen. Damit ist der Anteil so hoch wie noch nie in der Geschichte der Umfrage. 2023 waren es noch 38 Prozent. Nur fünf Prozent planen, die Duration zu senken. 35 Prozent der Versicherer gehen davon aus, das Kreditrisiko in ihren Portfolios im Laufe des Jahres zu erhöhen,
obwohl 59 Prozent Bedenken äußern, dass der Kreditzyklus in seine letzte Phase eintritt. Die niedrigsten Renditen erwarten die Befragten im Jahr 2024 bei Kryptowährungen, Immobilienbeteiligungen und gewerblichen Hypotheken.


Die gesamte Studie können Sie hier herunterladen.

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