Der Goldpreis kennt seit Jahren (fast) nur eine Richtung: nach oben. Zwischen 2020 und 2025 stieg der Wert des Edelmetalls um über 230 Prozent – eine Rally, die sich auch 2026 bislang fortsetzt, trotz kurzem Rücksetzer Ende Januar. Aktuell notiert der Goldpreis wieder über 5.000 US-Dollar. Die Entwicklung der vergangenen Jahre löste eine der größten Kaufwellen durch Zentralbanken aus.
China baut Goldreserven massiv aus
An der Spitze der Käufer seit 2020 steht China mit einem Zuwachs von mehr als 350 Tonnen. Peking verfolgt damit eine klare geopolitische Strategie: Die Volksrepublik will ihre Abhängigkeit vom US-Dollar systematisch reduzieren und ihre Exposition gegenüber westlichen Finanzsystemen verringern. Gold dient dabei als politisch neutraler Anker innerhalb der globalen Reserven.
Polen sicherte sich mit über 300 Tonnen den zweiten Platz im globalen Ranking. Die Türkei folgt auf Rang drei mit rund 250 Tonnen. Angesichts anhaltender Inflationsprobleme und Währungsvolatilität macht Gold das Edelmetall zu einer attraktiven Absicherung innerhalb der offiziellen Reserven.
Schwellenländer setzen auf das Edelmetall
Auch große Schwellenländer verstärkten ihre Goldpositionen deutlich. Indien erhöhte seine Bestände um 245 Tonnen, Brasilien stockte seine Reserven um 105 Tonnen auf. Weitere bedeutende Käufer waren Japan (81 Tonnen), Thailand (81 Tonnen), Ungarn (79 Tonnen) und Singapur (77 Tonnen).
Die 15 größten Käufer stockten ihre Reserven zusammen um fast 2.000 Tonnen auf, wie Daten des World Gold Council zeigen. Der Branchenverband erfasst und veröffentlicht weltweit Daten zu offiziellen Goldreserven.
Philippinen verkaufen am meisten
Während die Mehrheit der Zentralbanken Gold akkumulierte, ging eine kleinere Gruppe den entgegengesetzten Weg. Die Philippinen führen die Verkäufer-Liste mit einer Reduktion von über 65 Tonnen an. Kasachstan folgt mit einem Abbau von 52 Tonnen auf dem zweiten Platz, während Sri Lanka seine Bestände um 19 Tonnen reduzierte.
Die Gründe für diese Reduktionen variieren von Land zu Land. Auch Deutschland verzeichnete mit 16 Tonnen einen Rückgang, ebenso wie die Mongolei (16 Tonnen).