Alternative Anlagen können voraussichtlich bis 2029 ein Volumen von nahezu 30 Billionen US-Dollar erreichen, wobei allein Private Equity sich auf 12 Billionen US-Dollar verdoppeln soll. Das geht aus einer aktuellen Analyse des World Gold Council hervor.
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Alternative Anlagen können voraussichtlich bis 2029 ein Volumen von nahezu 30 Billionen US-Dollar erreichen, wobei allein Private Equity sich auf 12 Billionen US-Dollar verdoppeln soll. Das geht aus einer aktuellen Analyse des World Gold Council hervor.
Investments in den Privatmärkten versprechen höhere Renditen, breitere Diversifikation und eine Abkopplung von traditionellen Marktzyklen. Diese Vorteile kommen jedoch oft mit Kehrseiten: begrenzte Liquidität, verzögerte Bewertungen und eine Anfälligkeit für wirtschaftliche Schocks, die sich nicht immer sofort im Preis niederschlagen.
Gold kann als komplementärer Vermögenswert Portfolios schützen
Genau deswegen kommt Gold ins Spiel. Das Edelmetall kann eine Rolle als komplementärer Vermögenswert spielen. Es sei äußerst liquide, gering korreliert mit anderen Anlageklassen und neige dazu, in Phasen systemischen Stresses gut abzuschneiden, wodurch es als Schockabsorber im Portfolio diene, stellen die Experten des World Gold Council fest.
Korrelation von Gold zu alternativen Anlagen
Über den mittleren bis langen Anlagehorizont hinweg zeigt Gold eine durchweg niedrige Korrelation zu den meisten alternativen Vermögenswerten, was seine Funktion als konsistenter Diversifikator unterstreicht, so die Analyse (siehe Grafik 1). Nur bei Hedgefonds ist eine zunehmende Korrelation im Laufe der Zeit zu beobachten, möglicherweise aufgrund ihrer liquiden Handelsstrategien.
Private Equity, börsennotierte Immobilien und private Kredite hingegen weisen ein sehr unterschiedliches Rendite- und Liquiditätsprofil im Vergleich zu Gold auf. Die Korrelationen zwischen öffentlichen und privaten Aktien sind tendenziell hoch und steigen über die mittlere bis lange Frist, da sich die Bewertungen privater Unternehmen mit zunehmender Reife des Fondslebenszyklus an die öffentlichen Märkte annähern, wie der Bericht des World Gold Council zeigt.
Zunehmende Korrelation anderer Anlagen und die Widerstandskraft von Gold
Die wahre Stärke von Gold zeigt sich in Phasen von Marktstress, wie der globalen Finanzkrise 2008 oder dem Covid-19-Schock Anfang 2020 . Gold dient hier als Liquiditätsversicherung, wie der World Gold Council hervorhebt. Wenn in privaten Märkten die Kapitalbeschaffung, Deal-Aktivitäten und Exits ins Stocken geraten, bietet Gold sofortige Liquidität und Flexibilität – es ist zugänglich, selbst wenn andere Teile des Portfolios illiquide sind.
Während Private Equity in diesen Stressphasen oft verzögerte Verluste aufgrund von Bewertungsverzögerungen und begrenzter Liquidität verzeichnete, blieben die Goldrenditen innerhalb von ein bis zwei Standardabweichungen ihrer Langzeitverteilung, was auf ein vergleichsweise geringes Abwärtsrisiko hindeutet.
Goldallokation stärkt Portfolio
Simulationen zeigen, dass Beimischen von Gold in einem Portfolio die Verluste bei verschiedenen makroökonomischen Schocks – sei es ein Zinsanstieg, Inflationsschub, Aktiencrash oder Kreditstress – um 50 bis 90 Basispunkte reduziert. Darüber hinaus verringerte die Einbeziehung von Gold die extremen monatlichen Verluste (VaR) um 77 Basispunkte bei 95 Prozent VaR und 51 Basispunkte bei 99 Prozent VaR, wie die Analyse des World Gold Council darlegt.
Gold als Puffer bei Abschwüngen
Besonderes Augenmerk gilt dem Private-Credit-Sektor, der sowohl durch die Suche nach Rendite in Niedrigzinsumfeldern als auch durch regulatorische Verschiebungen (wie Basel IV, die Banken zur Bilanzverkürzung zwingen) an Bedeutung gewonnen hat, wie der World Gold Council feststellt.
Private-Credit-Portfolios zielen auf Kapitalerhalt und Renditesteigerung ab, sind jedoch den gleichen Kreditzyklus-Dynamiken unterworfen wie öffentliche Märkte, nur mit mehr Intransparenz und Verzögerung. Die Beimischung von Gold verbessert die risikobereinigten Renditen solcher Portfolios und agiert als Liquiditätspuffer sowie Risikomanagement-Instrument, besonders wenn traditionelle Absicherungen wie Staatsanleihen weniger zuverlässig sind, so die Erkenntnis der Analysten.
Gold verbessert das Risiko-Rendite-Profil
Ein interessantes Detail aus der Praxis ist dem Report zufolge die Rolle von Collateralized Loan Obligations (CLOs) als Frühwarnindikatoren für Kreditstress. Obwohl sich CLOs strukturell von privaten Krediten unterscheiden, teilen sie eine ähnliche Schuldnerbasis. Signale wie ein Anstieg des CCC-bewerteten Engagements oder schrumpfende Junior-Overcollateralization-Puffer in CLOs können auf Kreditverschlechterungen hindeuten, noch bevor diese in den Bewertungen privater Kredite sichtbar werden – ein Vorteil angesichts der Bewertungsverzögerungen und der begrenzten Transparenz privater Märkte.
Dies zeigte sich im ersten Quartal 2020 während des Covid-19-Schocks, als CLO-Signale auf Stress hindeuteten, noch bevor private Kreditfonds (mit Verzögerung durch vierteljährliche NAV-Berichte) deutliche Wertminderungen zeigten, so die Experten des World Gold Council.
CLOs als früher Risikoindikator
Die aktuelle Lage der privaten Märkte zeigt zudem eine Verlangsamung der Deal-Aktivitäten und Exits, wie die Analysten des World Gold Council hervorheben. Die einst verlässliche IPO-Route zur Liquidität hat an Dynamik verloren, und auch die Fusions- und Übernahmeaktivitäten (M&A) sind gedämpft.
Um diesem Liquiditätsengpass zu begegnen, sind innovative Exit-Strategien wie Continuation Funds oder GP-geführte Sekundärtransaktionen entstanden, die 2024 bereits 46 Prozent des gesamten Sekundärmarktvolumens ausmachten.
Abnehmende M&A-Aktivitäten
Gold ist daher nicht nur ein einfaches Diversifikationsinstrument, sondern ein vielseitiger Portfolio-Baustein, wie die Experten des World Gold Council zusammenfassen. Es agiert als Schockabsorber, Liquiditätsquelle und Diversifikationsmittel, das die "blinden Flecken" privater Investitionen ausgleicht. Investoren betrachten öffentliche und private Märkte nicht als binäre Wahl, sondern als Punkte auf einem Kontinuum von Liquidität, Rendite und Volatilität.
Gold passt perfekt in dieses Kontinuum: Es handelt mit der Liquidität öffentlicher Märkte, verhält sich jedoch mit der defensiven Stabilität, die Investoren oft in privaten Strategien suchen, so die Conclusio des World Gold Council.
Monte-Carlo-Simulationen über 20 Jahre historischer Daten (Januar 2000 bis Mai 2025) zeigen, dass eine optimale Goldallokation zwischen 5 Prozent und 8 Prozent in einem diversifizierten Portfolio (bestehend aus 45 Prozent entwickelten und Schwellenländeraktien, 24 Prozent Alternativen und 23 Prozent festverzinslichen Wertpapieren) die risikobereinigten Renditen verbessert und die Volatilität reduziert hätte.
Goldanteil nach Sharpe-Ratio-Intervall