Scottish Mortgage ist kein gewöhnlicher Fonds. Gegründet im Jahr 1909 und seitdem von der renommierten Investmentgesellschaft Baillie Gifford verwaltet, gehört er zu den ältesten aktiv gemanagten Portfolios weltweit. Das Management verfolgt seit jeher einen klaren Ansatz: langfristig, geduldig und fokussiert auf Unternehmen zu setzen, die echten Wandel vorantreiben. In Großbritannien ist das an der Börse gehandelte Investment-Produkt weithin bekannt.
Grafik 1: Scottish Mortgage – ein Jahrhundert des Wachstums
Mit einem Volumen von über 16 Milliarden Euro ist der Scottish Mortgage Investment Trust Teil des FTSE 100 und spielt damit in einer Liga mit den größten und bedeutendsten börsennotierten Unternehmen Großbritanniens. Für deutsche Anleger ist der Trust an mehreren inländischen Börsenplätzen handelbar (ISIN: GB00BLDYK618, WKN: A115BA) – als geschlossener Publikums-AIF. Und zwar erst seit Kurzem: Die Vertriebszulassung für den deutschen Markt wurde vor einigen Monaten erteilt. Damit gehört Deutschland nun zu den Märkten, in denen Anleger direkt am Erfolg des renommierten Trusts teilhaben können.
Einzigartiger Zugang zu Private Equity
Was Scottish Mortgage von den meisten Aktienfonds unterscheidet: Rund ein Drittel des Portfolios darf in private Unternehmen investiert werden – ein Markt, der Privatanlegern normalerweise verschlossen bleibt. So ermöglicht der Trust Zugang zu Beteiligungen an Visionären wie SpaceX, Stripe oder Databricks.
Aktuell gehören fünf der zehn wertvollsten Start-ups der Welt zum Portfolio. Gleichzeitig investiert der Trust in börsennotierte Wachstumsunternehmen wie Cloudflare, MercadoLibre oder Shopify. Das Ergebnis ist ein diversifiziertes, aber fokussiertes Portfolio aus 50 bis 100 Unternehmen, die sich alle durch hohe Innovationskraft und skalierbare Geschäftsmodelle auszeichnen.
Langfristige Perspektive als Erfolgsfaktor
Während andere Investoren kurzfristigen Quartalszahlen hinterherlaufen, denkt Scottish Mortgage in Dekaden: Die durchschnittliche Haltedauer der Investments liegt bei fast zehn Jahren. Dieser lange Atem erlaubt es, von disruptiven Trends zu profitieren, die Zeit brauchen, um sich durchzusetzen – von der Elektrifizierung des Verkehrs über die Digitalisierung der Finanzbranche bis hin zu den Chancen der künstlichen Intelligenz. So wurde die Amazon-Aktie bereits 2005 ins Portfolio gebucht, Spotify hat seit 2015, Nvidia seit 2016 einen Platz im Portfolio. Es gilt: Auch der eine oder andere potenzielle Gewinner von morgen ist schon heute im Portfolio vertreten.
Grafik 2: Scottish Mortgage – Portfolioallokation im Überblick
Neu ins Portfolio aufgenommen wurden zuletzt AppLovin, Nu Holdings und Revolut. Aufgestockt wurde bei Unternehmen wie Sea Ltd., Shopify oder Hermès International. Gleichzeitig hat das Management Positionen in Amazon, ASML, Meta, Nvidia und Tesla reduziert und sich an Follow-up-Runden im Private Equity wie zum Beispiel PsiQuantum beteiligt.
Zu Ende Juli 2025 waren die drei größten Beteiligungen SpaceX (7,8 Prozent), MercadoLibre (6,0 Prozent) und Amazon (4,6 Prozent). NeuePositionen starten in der Regel mit einem Anteil von höchstens 2 Prozent am Portfolio. Entwickeln sich die Unternehmen gut, lassen die Manager Gewinne und Gewinner laufen – bis zu einer Obergrenze von 8 Prozent.
Kostenvorteil: Nur 0,31 Prozent laufende Gebühren
Trotz seiner aktiven und hochspezialisierten Strategie bleibt Scottish Mortgage äußerst kostengünstig. Aufgrund von Skaleneffekten betragen die jährlichen laufenden Kosten nur 31 Basispunkte – ein Bruchteil dessen, was Private-Equity-Fonds oder spezialisierte Growth-Strategien in der Regel verlangen.
Hinzu kommt ein struktureller Vorteil: Ein Investment Trust ist keine offene Fondsstruktur wie ein klassischer Publikumsfonds oder ETF, sondern eine börsennotierte Aktiengesellschaft, deren Anteile an der Börse gehandelt werden. Dadurch kann der Kurs über oder unter dem Net Asset Value (NAV) notieren – also dem rechnerischen Wert der gehaltenen Beteiligungen.
Aktuell werden die Aktien von Scottish Mortgage mit einem Abschlag (Discount) auf den NAV gehandelt; ein spannender Zeitpunkt für einen Einstieg. Anleger erhalten die Chance, ein global diversifiziertes Growth-Portfolio mit Private-Equity-Anteil unter dem eigentlichen Substanzwert zu erwerben – bei gleichzeitig extrem niedrigen laufenden Kosten.
Geduldiges Kapital in einer sich wandelnden Welt
Baillie Gifford und Scottish Mortgage betonen, dass ESG-Aspekte kein Vertriebshebel sind, sondern integraler Bestandteil einer langfristigen Investmentthese. Das Management sucht Unternehmen, die sich nicht nur an Veränderungen anpassen, sondern diese aktiv gestalten.
Gerade in unsicheren Marktphasen zeigt sich die Stärke des Ansatzes: „Resilienz ist unser Vorteil in unsicheren Zeiten – Druck offenbart Stärke, und die besten Unternehmen halten Kurs, lernen schnell und passen sich an, ohne an Momentum zu verlieren“, heißt es von Baillie Gifford.
Fazit: Wachstumsinvestments für die kommenden Jahrzehnte
Der Scottish Mortgage Investment Trust vereint das Beste aus zwei Welten: den Zugang zu privaten Innovationsführern und globalen Wachstumsunternehmen – und das zu geringen Kosten und mit täglicher Handelbarkeit.
Für Anleger, die langfristig denken, vom globalen Wandel profitieren und sich an den Disruptoren der Zukunft beteiligen wollen, ist Scottish Mortgage eine spannendes Investment.
Mehr zum Scottish Mortgage Investment Trust hier.
Fun Fact zum Scottish Mortgage Investment Trust – Woher kommt der Name?
Gegründet wurde das Unternehmen 1909 in Edinburgh von Colonel Augustus Baillie und Carlyle Gifford. Die beiden hofften, vom rasch wachsenden Erfolg des noch jungen Automobils zu profitieren, indem sie in Kautschukplantagen investierten – der Rohstoff für Reifengummi. Nach dem Börsencrash von 1907 waren Kredite jedoch schwer zu bekommen. Daher gründeten sie die „Straits Mortgage and Trust Company“. Diese verlieh Geld an Plantagenbesitzer, die es mit Landrechten an den Plantagen absicherten – daher das Wort „Mortgage“ (Hypothek) im Namen. Bald entwickelte sich das Unternehmen zu einem klassischen Investment Trust, wobei der Name entsprechend verkürzt wurde.