Globaler Marktabsturz In China setzt die Erholung ein

Medizinisches Personal auf dem Rückflug aus Wuhan in die Heimat: In vielen Provinzen Chinas wird die Produktion nach dem Abebben der Epidemie wieder hochgefahren. | © imago images / Xinhua

Medizinisches Personal auf dem Rückflug aus Wuhan in die Heimat: In vielen Provinzen Chinas wird die Produktion nach dem Abebben der Epidemie wieder hochgefahren. Foto: imago images / Xinhua

Europäische Aktien haben harte Wochen hinter sich gebracht. Obwohl sie im Februar stark starteten und ihnen die Coronavirus-Ereignisse zunächst kaum etwas anhaben konnten, führten die Anstiege der Infektionen außerhalb Chinas in den vergangenen Wochen zu einem Ausverkauf.

In Italien veranlasste die Epidemie die Regierung dazu, massive Maßnahmen zu ergreifen. Infolgedessen brachen Industrieproduktion und Tourismus ein.

Europaweit schnitten die Aktien von Versorgern und Basiskonsumgüterherstellern zuletzt am besten ab. Gefragt blieben auch Titel aus dem Gesundheitssektor. Anleger griffen darüber hinaus zu Anleihen. Finanzwerte schnitten unterdurchschnittlich ab, weil die Wirtschaftstätigkeit stark zurückging. Im Zuge des Ölpreisrückgangs war der Energiesektor der schlechteste Performer.

Wir haben unsere Positionierung in Hersteller von Haushalts- und Körperpflegeprodukten erhöht. Angesichts der aktuellen Lage erscheint dieser Sektor chancenreich. Angesichts der außergewöhnlichen Gesundheitssituation haben wir auch unser Exposure im Gesundheitssektor entsprechend angepasst. Wir behalten unsere starke Übergewichtung in Retail-Banken bei; sie verfügen über sehr aussichtsreiche Bewertungen und weisen eine gute Rentabilitätsentwicklung trotz des niedrigen Zinsumfelds auf. Demgegenüber behalten wir unsere Untergewichtung im Versicherungssektor bei, da die Renditen der US-Treasuries eingebrochen sind. Im Energiesektor haben wir uns derzeit für eine leichte Übergewichtung entschieden, die Aktienpreise sind zuletzt angesichts der sehr niedrigen Ölpreise stark unter Druck geraten.

US-Aktien

Die Märkte starteten im Februar zunächst sehr stark, steckten dann jedoch aus Sorge um die Coronavirus-Epidemie zurück. Die Zunahme der Infektionen außerhalb Chinas führte jedoch zu einem starken Ausverkauf am Monatsende und zur schlimmsten Woche für die Finanzmärkte seit der globalen Finanzkrise.

Noch zu Quartalsbeginn waren die Gewinne der Unternehmen stärker als im Konsens erwartet gestiegen. Die USA erlebten positive Gewinnüberraschungen in Höhe von 5 Prozent. Auch das EPS(Earnings per Share)-Wachstum für den S&P 500 bewegte sich in den positiven Bereich. Zusätzlich stieg der Anteil von US-Unternehmen, die ihre Umsatzschätzungen übertrafen, im ersten Quartal stark an. Doch angesichts der Coronavirus-Krise ist letztlich mit einer sehr schlechten Q1-Saison 2020 zu rechnen.

Der Basiskonsumgütersektor war im gesamten Monat der beste Performer, weil die Sorge um das Coronavirus die defensiven Sektoren beflügelte. Der Energiesektor schnitt deutlich schlechter ab, was hauptsächlich mit dem neuen Ölkrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien zusammenhängt.

Unser Exposure in der Informationstechnologie haben wir aufgrund chancenreicher Bewertungen und starker langfristiger Überzeugungen hinsichtlich der disruptiven Technologien erhöht. Aufgestockt haben wir auch unsere Investments im Bereich Kommunikationsdienste, die aufgrund attraktiver Bewertungen reizvoll erscheinen. Regulatorische Beschränkungen für den Sektor, die zuletzt in der Politik diskutiert wurden, dürften angesichts der aktuellen Wirtschaftslage nicht mehr oberste Priorität haben. In Industrieunternehmen sind wir derzeit untergewichtet.

Schwellenländer-Aktien

Angesichts der globalen Wachstumsverlangsamung, ausgelöst durch die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie, stürzten Risikoanlagen (angeführt von wachstumssensitiven Anlagen) ab. Besser als Aktien aus den Developed Markets hielten sich jedoch Schwellenländer-Aktien. Obwohl alle Schwellenländer-Sektoren den Monat in den roten Zahlen beendeten, schnitten die defensiven und zinssensitiven Sektoren relativ besser ab, während der Energiesektor hinterherhinkte. Asien (ohne Japan) entwickelte sich in den vergangenen Wochen zur relativ widerstandsfähigsten Region der Welt, während rohstofflastige Länder im Nahen Osten und Lateinamerika ihre größten Monatsverluste seit 2012 beziehungsweise 2018 verzeichneten.

Unter den Schwellenländern war China das einzige Land, das in den vergangenen Wochen Fortschritte machte, weil der Virusausbruch auf dem Festland Anfang des Monats seinen Höhepunkt erreicht zu haben schien. Südkorea hingegen meldete einen Schub neuer Vireninfektionen. Anders als China verzichtete Indien auf die Ankündigung größerer finanzieller Anreize in seinem Jahreshaushalt. Auf den Märkten von Thailand und Malaysia lastete politische Unsicherheit.