Globale Asset Allocation Wo es noch Streuungspotenzial gibt

Globale Asset Allocation: Wo es noch Streuungspotenzial gibt

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Der Wind of Change wird 2017 überall in der Weltwirtschaft wehen“, sagt Claus Thomas, Deutschland-Chef von La Salle Investment Management. „Es wird turbulent, dabei ist sowohl mit Gegen- als auch mit Rückenwind zu rechnen.“ Der Wandel beschleunige sich, und das überall auf der Welt in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Ob Brexit oder der neue US-Präsident Donald Trump: Politische Unsicherheiten gibt es derzeit viele. Aber auch auf der fundamentalen Seite kann die Sonne nicht ewig scheinen: „Bis 2020 wird die Europäische Zentralbank die Zinsen nennenswert erhöhen“, sagt etwa Tilman Hickl, Geschäftsführer von UBS Real Estate Deutschland. Dann sei mit Abwertungen auf den Immobilienmärkten zu rechnen.

Obwohl Immobilieninvestoren grundsätzlich am liebsten vor der eigenen Haustür kaufen: Streuung ist das beste Mittel, um Risiken zu minimieren. Laut Scope Investor Services sind die Hotspots institutioneller Investoren Deutschland, die Benelux-Länder und Frankreich. „In den vergangenen zwei Jahren hat es eine Verschiebung der Gewichtungen nach Westeuropa, insbesondere nach Deutschland, zulasten der USA gegeben“, so Geschäftsführer Wolfgang Kubatzki. „In den Planungen bis 2019 steht Nordamerika aber wieder im Fokus der Anleger.“

Die Globalisierung der Investmentströme ist einer der kommenden Megatrends, bestätigt auch eine Umfrage von EY Real Estate. Dass die internationale Streuung des Portfolios grundsätzlich sinnvoll ist, rechnet Karl-Josef Schneiders, Geschäftsführer der Credit Suisse Asset Management Immobilien Kapitalanlagegesellschaft, an einem einfachen Beispiel vor: Laut Daten von MSCI IPD hat der deutsche Immobilienmarkt zwischen 2002 und 2015 eine Bruttogesamtrendite von 3,7 Prozent pro Jahr erzielt. Der globale IPD-Index brachte im selben Zeitraum mit 7,4 Prozent doppelt so viel. Zwar ist die Volatilität in Deutschland mit 2,0 Prozent im Vergleich zu den 6,2 Prozent pro Jahr desglobalen Index deutlich niedriger. „Doch bereits durch eine triviale 50-zu-50-Aufteilung eines Portfolios auf Deutschland und die globalen Märkte würde sich die Rendite auf 5,3 Prozent erhöhen und die Volatilität gleichzeitig überschaubar auf 3,3 Prozent steigen“, so Schneiders.