Global Wealth Report 2020 2.400 Deutsche besitzen mehr als 100 Millionen US-Dollar Vermögen

Deckblatt der Teilstudie des Global Wealth Report der BCG mit spezifischen Zahlen zum Vermögen in Deutschland | © Boston Consulting Group

Deckblatt der Teilstudie des Global Wealth Report der BCG mit spezifischen Zahlen zum Vermögen in Deutschland Foto: Boston Consulting Group

Das weltweite Privatvermögen ist von 2018 auf 2019 deutlich gestiegen: Bereinigt um Währungseffekte stieg es um zehn Prozent auf 226,4 Billionen US-Dollar an. Im Jahr davor war es mit 1,6 Prozent kaum gewachsen. Das geht aus der Studie „Global Wealth Report 2020 der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor. In den vergangenen 20 Jahren hat sich das persönliche Finanzvermögen weltweit fast verdreifacht. Wie auch in den Jahren zuvor führt die USA die Liste mit 94,2 Billionen US-Dollar an, gefolgt von China (23,8 Billionen US-Dollar), Japan (17,6 Billionen US-Dollar) und Großbritannien (9,7 Billionen US-Dollar). Insgesamt halten Millionäre mehr als die Hälfte des gesamten Finanzvermögens weltweit. Bei der Anzahl der Personen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar zählt Deutschland mehr als 2.400.

Das Finanzvermögen der Deutschen stieg ebenfalls, und zwar währungsbereinigt um rund 6,4 Prozent auf 7,7 Billionen US-Dollar. Damit liegt Deutschland nach wie vor im weltweiten Vergleich des Gesamtvermögens auf dem fünften Platz. Im Vergleich zu den USA sei es jedoch ein moderater Anstieg, sagt Anna Zakrzewski, BCG-Partnerin und Autorin der Studie. 2019 haben Deutsche eine gute Chance der Vermögenssteigerung verpasst. „In Zeiten von Corona, in denen eine höhere Volatilität der Märkte zu erwarten ist, kann ein konservatives Anlageverhalten allerdings auch von Vorteil sein“, so Zakrzewski. Nach wie vor befänden sich rund 40 Prozent des Privatvermögens hierzulande in Spareinlagen oder Bargeld. Das seien zehn Prozent mehr als der Durchschnitt in Westeuropa und biete somit zahlreiche Chancne für Vermögensverwalter.

41 Prozent des Finanzvermögens der Deutschen gehört Millionären. Für das Vermögenssegment 250.000 bis 1 Million Euro erwarten die Studienautoren für die Jahre 2019 bis 2024 4,8 Prozent das größte Wachstum.

Übersicht Vermögenssegmente Deutschland und erwartetes Wachstum

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 Quelle: Global Wealth Report 2020

Krise setzt Vermögensverwalter unter Druck

Durch die Corona-Krise stehen Vermögensverwalter vor dem Problem, ihr Geschäft mit deutlich sinkenden Margen voranzutreiben. Viele Vermögensverwalter seien bereits geschwächt in die Krise gestartet: Ende 2019 war die Rendite der Vermögenswerte (ROA) bereits 22 Basispunkte (0,22 Prozent) niedriger und die Cost-Income-Ratio 13 Prozent höher im Vergleich zu 2007.

Die Corona-Krise könnte nun auch das Wachstum zum Stillstand bringen. Während Prognosen aus dem Jahr 2019 ein weltweites jährliches Vermögenswachstum von 5,7 Prozent und in Deutschland von 4,6 Prozent für die kommenden fünf Jahre zeigten, ergibt sich nun ein anderes Bild: Das Vermögen der Deutschen werde im besten Fall bis 2024 voraussichtlich um 4,2 Prozentpunkte pro Jahr auf 9,5 Billionen US-Dollar wachsen. Bei einer langsamen Erholung der Wirtschaft ist mit einem maximalen Wachstum von 3,4 Prozentpunkten pro Jahr, im schlimmsten Fall nur mit 2,5 Prozentpunkten zu rechnen. Das Vermögen der Deutschen würde dann 2024, bedingt durch das geringe Wachstum, bei rund neun Billionen US-Dollar liegen.