Geschäftsbericht weist weniger Einkommensmillionäre aus Deutsche-Bank-Aufsichtsrat stellt Theodor Weimer zur Wahl auf

Theodor Weimer auf der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Börse im Februar dieses Jahres: Der Vorstandsvositzende des Unternehmens soll als Mitglied in den Aufsichtsrat der Deutsche Bank einziehen.

Theodor Weimer auf der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Börse im Februar dieses Jahres: Der Vorstandsvositzende des Unternehmens soll als Mitglied in den Aufsichtsrat der Deutsche Bank einziehen. Foto: imago images / Rainer Unkel

Theodor Weimer zieht in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank ein, berichten mehrere Medien. Das Kontrollgremium der größten deutschen Bank will den Chef der Deutschen Börse auf der Hauptversammlung zur Wahl vorschlagen. Weimer soll die Nachfolge von Katherine Garrett-Cox antreten, die auf der Sitzung aus dem Gremium ausscheidet. Das Jahrestreffen mit den Aktionären der Deutschen Bank soll nach jetzigem Stand am 20. Mai stattfinden.

Weimer gilt Insidern zufolge als potenzieller Kandidat für die Nachfolge von Aufsichtsratchef Paul Achleitner, der 2022 aufhören will. Aber auch das Aufsichtsratsmitglied Norbert Winkeljohann hat laut Medienberichten gute Chancen als Nachfolgekandidat von Achleitner, der Insidern zufolge selbst den Wirtschaftsprüfer als geeignet für die Aufgabe ansieht. Winkeljohann ist seit zwei Jahren Mitglied im obersten Kontrollgremium der Deutschen Bank.

Die Fondsgesellschaft Deka Investment sieht Weimers Kandidatur für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank kritisch. Er sei zwar unzweifelhaft eine Bereicherung für das Gremium, so Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Unternehmensführung von Deka Investment, gegenüber dem „Handelsblatt“: „Aber solange er Chef der Deutschen Börse ist, ist das ein glasklarer Interessenkonflikt.“

Weniger Einkommensmillionäre

Weitere Nachichten zur Deutschen Bank: Insgesamt sinkt die Zahl der Einkommensmillionäre im Haus 2019 um 60 auf 583. Das geht aus dem vergangenne Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr hervor. Im Schnitt erhielten diese Spitzenverdiener ein Einkommen von 1,9 Millionen Euro, einer der Mitarbeiter verdiente laut Geschäftsbericht 13 Millionen Euro. Insgesamt entfallen 1,1 Milliarden Euro an Vergütungen auf diese Gruppe. Das sind zwar 114 Millionen Euro weniger als im Vorjahr, bedeutet aber rund ein Zehntel des konzernweiten Personalaufwands. Vor zwei Jahren zählte die Deutsche Bank noch 705 Einkommensmillionäre.

Die Gesamtvergütung des überwiegend achtköpfigen Vorstands belief sich 2019 auf rund 36 Millionen Euro und damit um 35 Prozent geringer als im Vorjahr. Die zehn Vorstände hatten 2018 55,7 Millionen Euro verdient. Statistisch betrachtet sinkt insgesamt die variable Vergütung für die Mitarbeiter im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent von 1,9 auf 1,5 Milliarden Euro. Im Einzelfall fielen die Einbußen jedoch geringer aus, da sich die Summe auf weniger Beschäftigte verteile. Bis 2022 will die Deutsche Bank weitere rund 18 000 Arbeitsplätze abbauen.