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2. Halbjahr 2022 Geopolitik wird noch wichtiger

Gedenkveranstaltung mit Spitzenpolitikern in Taiwan

Gedenkveranstaltung mit Spitzenpolitikern in Taiwan: Chinas territoriale Taiwan-Ambitionen können zu einem neuen geopolitischen Brandherd führen, den der Markt derzeit nicht einkalkuliert. Foto: Imago Images / Penta Press

Die russische Invasion in der Ukraine hat zu einer tragischen Krise für das ukrainische Volk geführt und bringt schwerwiegende Folgen mit sich:

  • erhöhte geopolitische Risiken in der ganzen Welt,
  • eine höhere Risikoaversion unter den Anlegern und
  • potenziell negative Auswirkungen auf die makroökonomische Dynamik.
Zehrid Osmani

Der Ausgang des Ukraine-Russland-Konflikts ist höchst ungewiss. Es besteht die Gefahr, dass der Krieg eskaliert und sich ausweitet, was bei den Anlegern zu erhöhter Risikoaversion führen könnte. Zudem werden wahrscheinlich die territorialen Ansprüche Chinas im Südchinesischen Meer zunehmend in den Fokus rücken, wobei zunächst die mögliche Bestätigung einer dritten Amtszeit von Präsident Xi Jinping abzuwarten ist. Wird Xi Jinping im Amt bestätigt, könnten Chinas territoriale Taiwan-Ambitionen zu einem Aufflammen der globalen Spannungen führen und ein weiteres geopolitisches Risiko heraufbeschwören, das der Markt derzeit nicht einkalkuliert.

Zudem könnte eine Zunahme von Cyberattacken dazu führen, dass der digitale Kalte Krieg eskaliert. Alles in allem treten geopolitische Risiken nun offen zutage, was Anleger im weiteren Jahresverlauf verstärkt im Blick behalten sollten. Die makroökonomischen Aussichten verschlechtern sich aufgrund des durch den Ukraine-Konflikt ausgelösten Angebotsschocks und Chinas Null-Covid-Politik.

Trotz der unterstützenden fiskalpolitischen Maßnahmen, insbesondere der weltweit angekündigten, aber noch nicht umgesetzten Infrastrukturprogramme, sind die makroökonomischen Aussichten für das Jahr 2022 zunehmend unsicher.

In Europa entsteht ein Stagflationsrisiko

Der Ukraine-Russland-Krieg hat die wichtige strategische Frage der Energieversorgung in Europa und die Abhängigkeit vieler EU-Länder von russischen Energielieferungen, insbesondere von Gas, aufgeworfen. Es gibt ehrgeizige Pläne, um diese Abhängigkeit erheblich zu verringern, mit dem Ziel, die Energieversorgung weg von Russland zu diversifizieren. Dieses Bestreben wird zu umfangreichen alternativen Energieinfrastrukturprogrammen führen, insbesondere im Bereich der Flüssigerdgas-Infrastruktur (LNG).

Denkbar sind aber auch vorübergehende Unterbrechungen der Energieversorgung – etwa dann, wenn Russland seine Lieferungen reduziert oder Europa beschließt, seine Nachfrage zu senken, obwohl es noch keine vollständig gesicherte alternative Versorgung hat. Infolgedessen könnte es zu Energierationierungen in Teilen der EU kommen, was sich auf die Wirtschaftstätigkeit vor allem in Deutschland, aber auch in Italien, Polen und den anderen EU-Ländern auswirken könnte – die EU bezieht rund 38 Prozent ihrer Gaslieferungen aus Russland.

Sollte diese Lage eintreten, würde die Wahrscheinlichkeit einer Stagflation in der EU-Region aufgrund eines Energieversorgungsschocks deutlich steigen. Diesen äußerst wichtigen geopolitischen Aspekt gilt es zu beobachten, da er sich unmittelbar auf die makroökonomische Dynamik in der Region auswirken würde.

Die Normalisierung der Geldpolitik geht weiter

Lieferketten- und Logistikengpässe werden möglicherweise über die erste Jahreshälfte 2022 hinaus aufgrund der chinesischen Null-Covid-Politik fortbestehen und die Inflation sowie den Druck auf die Margen weiter anheizen. Vor diesem Hintergrund werden die Unternehmen sich wahrscheinlich weiterhin dazu veranlasst sehen, ihre Investitionen in Robotik und Automatisierung zu erhöhen und ihre Produktionsbasis mittelfristig zu diversifizieren.

Der anhaltende hohe Inflationsdruck wird die Zentralbanken wahrscheinlich dazu zwingen, ihren Zinserhöhungszyklus fortzusetzen. Die Zinserhöhungen werden dabei wahrscheinlich deutlicher und schneller ausfallen müssen als von vielen Marktteilnehmern erwartet. Unserer Ansicht nach entsteht dadurch ein erhöhtes Risiko für eine übermäßige Straffung statt einer einfachen Normalisierung. Zugleich werden Zinserhöhungen in den USA, Großbritannien und Europa zu einer erhöhten Volatilität an den Aktienmärkten führen. Die Bullen und Bären am Markt werden sich heftige Debatten liefern: Das eine Lager geht davon aus, dass die Zentralbanken aggressiver straffen müssen, das andere hält eine Straffung für verfrüht, weil sie Gefahren für das Wirtschaftswachstum sehen.

Der Konjunkturzyklus kommt zum Ende

Der Konjunkturzyklus wird sich wahrscheinlich abschwächen. Begünstigte das Jahr 2021 Qualitäts- und Wachstumsunternehmen, wird das Jahr 2022 aufgrund des Ukraine-Russland-Konflikts wahrscheinlich zu einer Abschwächung der Wirtschaftsdynamik führen; insbesondere in Europa, das von einem schwächeren Unternehmens- und Verbrauchervertrauen und höheren Rohstoff- und Energiepreise gekennzeichnet ist.

Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass wir jetzt von der Erholungsphase in die Abschwungphase des Konjunkturzyklus übergehen. Diese Phase begünstigt in der Regel Anlagestile, die auf Qualität und Wachstum setzen. Unserer Ansicht nach sind in diesem Umfeld Unternehmen chancenreich, die mit konsistentem Gewinnwachstum und langfristigen strukturellen Wachstumstreibern hervorstechen. Anlagestrategien, die in der Erholungsphase gut abgeschnitten haben, könnten indes zurückfallen.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Dies ist eine Marketingmitteilung. Bitte lesen Sie den Verkaufsprospekt und das KIID, bevor Sie eine endgültige Anlageentscheidung treffen. Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich des möglichen Verlusts des Kapitals.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Dokument um allgemeine Werbeinformationen handelt und nicht um eine vollständige Darstellung oder Finanzanalyse eines bestimmten Marktes, einer bestimmten Branche, eines bestimmten Wertpapiers oder eines oder mehrerer aufgelisteter Investmentfonds. Franklin Templeton veröffentlicht nur produktbezogene Informationen und gibt keine Anlageempfehlungen.