Geldwäscheverdacht BKA nutzt Panama Papers

Sitz der Kanzlei Mossack Fonseca in Panama-Stadt | © Getty Images

Sitz der Kanzlei Mossack Fonseca in Panama-Stadt Foto: Getty Images

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat sich Zugriff auf die sogenannten Panama Papers verschafft. Das gab die Behörde in einer Mitteilung bekannt. Den Datensatz von 2,6 Terabyte will man nun so schnell wie möglich auswerten, um strafrechtlichen und steuerrechtlichen Tatbeständen nachzugehen.

Datensatz angekauft?

In dem Datensatz finden sich neben 28 Geldhäusern auch Angaben zu mehreren Tausend Bundesbürgern, darunter der Privatagent Werner Mauss, Bundesverdienstkreuzträger, Adlige sowie ehemalige Siemens-Manager, wie die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt.  Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, hat das BKA die Daten gekauft. Die Behörde selbst wollte zur Herkunft nicht Stellung nehmen.

Die nach dem Sitz der in der Panama ansässigen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca benannte Liste umfasst E-Mails, Urkunden, Kontoauszüge, Passkopien und weitere Dokumente zu rund 215.000 Briefkastenfirmen.  Insgesamt legt die Liste Offshore-Geschäfte von 140 Politikern und hohen Amtsträgern aus aller Welt offen, in den Dokumenten tauchen aber auch Spione auf sowie Drogenhändler und andere Kriminelle.

Insgesamt 215.000 Briefkastenfirmen

Zudem haben zahlreiche Sportstars und Prominente Offshore-Firmen genutzt. Ein Whistleblower hatte die Informationen der Kanzlei vergangenes Jahr der „SZ“ überlassen, die sie mit dem Internationalen Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ), NDR und WDR teilte.

Eigenen Angaben zufolge haben weder die „SZ“ noch andere Medien die Panama Papers an die Behörden weitergegeben und dabei unter anderem Quellenschutz geltend gemacht. Wie die „SZ“ schreibt, war vergangene Woche eine Delegation der Ermittler nach Panama gereist, um sich mit den Strafverfolgern vor Ort zu treffen.

Das BKA bereitet die Daten laut Mitteilung nun digital auf, um den Beamten die Sichtung zu erleichtern. Die Behörde will die Daten der „SZ“ zufolge zudem an andere Staaten weitergeben. Die Veröffentlichung im April 2016 hatte den isländischen Premier Sigmundur Gunnlaugsson ebenso zu Fall gebracht wie mehrere Minister in verschiedenen Ländern und ein Mitglied des Fifa-Ethikkomitees.