Glücksforschung Geld bringt kein Glück

Proteste gegen hohe Benzinpreise in Nigeria: Das Militär geht gegen die Demonstranten vor.  Trotzdem sind Nigerianer das zweitglücklichste Volk der Welt. | © AFP/Getty Images

Proteste gegen hohe Benzinpreise in Nigeria: Das Militär geht gegen die Demonstranten vor. Trotzdem sind Nigerianer das zweitglücklichste Volk der Welt. Foto: AFP/Getty Images

Wenn Geld glücklich machen sollte, dann müssten die Menschen in der Schweiz wohl unter den glücklichsten sein. Das sind sie auch, so das Ergebnis einer groß angelegten Studie des Meinungsforscherinstituts Gallup International, bei der 52.913 Menschen in 58 Ländern befragt wurden. Doch nur im europäischen Vergleich. Weltweit hingegen führen die Bewohner der Fidschi-Inseln – und des von Unruhen erschütterten Nigerias.

Die Schweizer und Schweizerinnen sind überdurchschnittlich glücklich: Ihr „Netto-Glück“ liegt laut den Forschern des Gallup-Instituts bei 76 Prozent. Damit liegen sie europaweit an zweiter Stelle, hinter den Niederlanden (77 Prozent).

Im weltweiten Vergleich hingegen werden die Eidgenossen von Menschen übertroffen, denen man so viel Glücksempfinden gar nicht zugetraut hätte. So liegen die Fidschi-Insel-Bewohner als das derzeit glücklichste Volk der Erde mit 85 Prozent „Netto-Glück“ deutlich über den Schweizern. An zweiter Stelle folgt mit nur einem Prozentpunkt Abstand das kriselnde Nigeria.

Deutsche und Österreicher sind überdurchschnittlich glücklich

Auch in Deutschland sind die Menschen glücklicher als im Rest der Welt: Das „Netto-Glück“ der Bundesbürger beträgt 68 Prozent – das sind beachtliche 28 Prozentpunkte mehr als der durchschnittliche Wert, der bei 40 Prozent liegt. Auch die Österreicher sind mit 52 Prozent „netto“ überdurchschnittlich glücklich. Das Glücksempfinden der Franzosen hingegen entspricht mit 40 Prozent exakt dem internationalen Schnitt.

Die unglücklichsten Menschen hingegen sind die Rumänen: Der osteuropäische Staat weist als einziger eine negative Glücksbilanz (-10 Prozent) auf.

Wirtschaftskrise macht nicht unglücklich

Die niedrigen Hoffnungen, die die Menschen in die Wirtschaft setzen, beeinträchtigen ihr persönliches Glück nicht, so ein weiteres Studienergebnis. Die positive Stimmung werde durch gute wirtschaftliche Aussichten zwar begünstigt, allerdings würden gerade Menschen in Ländern mit düsteren Entwicklungsprognosen oft angeben, dass sie insgesamt glücklich seien, erklären die Glücksforscher.

In einem Punkt besteht jedoch laut den Studienleitern ein Zusammenhang zwischen den volkswirtschaftlichen Daten und den persönlichen Glücksgefühlen der Bevölkerung. Denn Länder, die gerade am stärksten die globale ökonomische Leiter zu erklimmen versuchen, weisen eine große Anzahl an unglücklichen Menschen auf. So liegt das „Netto-Glück“ der Chinesen beispielsweise bei nur 25 Prozent, während die unter wirtschaftlichem Druck leidenden Spanier auf ganze 55 Prozent kommen.