Private Banking: Deutsche Bank sieht sich für härteren Konkurrenzkampf gewappnet

Regulierungen und risikoscheue Anleger lassen Margen beim Private Banking schrumpfen. Doch Joachim Häger, Geschäftsleiter vom Private Wealth Management der Deutschen Bank, sieht das eigene Geschäft nicht in Gefahr. Gegenüber der „Börsenzeitung“ erklärt er, dass das Private-Banking-Geschäft der Deutschen Bank durch seine Größe weiterhin effizient arbeiten kann.

Zudem sei der Führungswechsel in der Deutschen Bank ein Zeichen von Kontinuität. Die neuen Co-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen stünden ebenso wie er für die Fortführung der Mehr-Marken-Strategie des Institutes. Der neue Leiter des Bereichs Asset and Wealth Management, Michele Faissola, werde das Segment in gleicherweise fortführen.

Im letzten Jahr steigerte die Private-Vermögens-Sparte der Deutschen Bank ihr Anlagenvolumen um 9 Milliarden auf 278 Milliarden Euro. Dabei waren 2 Milliarden Neuzuflüssen zu verzeichnen.

Hintergrundinformation

Laut einer Studie von McKinsey lassen risikoscheue Anleger und potenzielle Regulierungen die Margen bei Privatbanken schrumpfen. Um die Margen zu halten, seien Anbieter im Private-Banking-Segment darauf angewiesen, ihre Kosteneffizienz zu steigern. Dafür müssten sie Marktanteile gewinnen.

Das Beratungshaus McKinsey liefert hierzu die passenden Zahlen: Im vergangenen Jahr haben die Private-Banking-Anbieter rund ein Drittel weniger Marge eingenommen als sechs Jahre zuvor. Im Durchschnitt sank die Marge von 37 Basispunkten des verwalteten Vermögens auf 24 Basispunkte. McKinsey geht davon aus, dass die Marge aufgrund der neuen Regeln auf bis zu elf Basispunkte fallen könnte.

Grund für diesen Einbruch ist auch die Finanzkrise: Wohlhabende Anleger sind durch die Kursschwankungen vorsichtiger geworden und meiden komplexe, und damit für die Banken lukrative, Produkte. Ein weiterer Grund für die geringere Marge ist, dass verschärfte Prüfungen und Transparenz-Vorgaben das Geschäft teurer machen.