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Core-ETF-Strategien von VanEck „Gegen Konzentrationsrisiken im Markt: Gleichgewichtung, Burggraben, Dividenden“

Florian Körner, Head of Sales Germany & Austria bei VanEck Europe

Florian Körner, Head of Sales Germany & Austria bei VanEck Europe Bildquelle: VanEck

Herr Körner, viele Anleger interessieren sich angesichts möglicher Übertreibungen am Markt sehr für Core-Aktien als stabilen Kern des Portfolios. VanEck hält 37 ETF-Strategien vor. Wie wird den Wünschen nach Core-Aktien entsprochen?

Florian Körner: Wir sehen derzeit drei Strategien, die Anleger möglicherweise gut bei der Stabilisierung ihrer Kernallokation unterstützen können: unsere Gleichgewichtungs-, Burggraben- und Dividendenstrategie. Jeder dieser Ansätze adressiert unterschiedliche Risiken im Markt – von der extremen Konzentration in Mega-Caps über strukturelle Wettbewerbsvorteile bis hin zur Bedeutung von verlässlichen Ausschüttungen im Zinswendeumfeld. Anleger profitieren damit von mehr Stabilität, ohne auf die Streuung ihres Portfolios verzichten zu müssen.

1. Die Gleichgewichtungsstrategie – Gegensteuern bei extremer Indexkonzentration

Die KI-Konzentration in Portfolios ist extrem hoch. Was macht vor diesem Hintergrund den Equal-Weight-Ansatz so wirkungsvoll?

Körner: Ein gleichgewichteter ETF basiert auf einem einfachen, aber sehr robusten Prinzip: Jedes enthaltene Unternehmen wird mit demselben Gewicht berücksichtigt. Damit bilden wir in einem ETF bewusst einen Gegenentwurf zu den klassischen marktkapitalisierungsgewichteten Indizes ab, die heute massiv von einigen wenigen Mega-Unternehmen dominiert werden. Unser Ansatz verändert die Risikodynamik im Portfolio fundamental.

Traditionelle Indizes wurden ursprünglich konzipiert, um die durchschnittliche Marktbewegung abzubilden. Doch die Realität hat dieses Ziel überholt. Mitte 2024 etwa machten die „Glorreichen Sieben“, die sieben größten und einflussreichsten US-Technologiekonzerne, rund 25 Prozent des MSCI World aus. Damit hängt die Performance dieses globalen Index, der die Wertentwicklung von rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern abbildet, maßgeblich an der Kursentwicklung einer sehr kleinen Gruppe von Unternehmen. Anleger sind dadurch exponierter gegenüber den Quartalszahlen dieser Tech-Riesen, als vielen bewusst ist.

Gleichgewichtete Indizes lösen genau dieses Problem. Das Gesamtengagement wird breiter verteilt, und zwar nicht nur geografisch oder sektoral, sondern auch hinsichtlich der Unternehmensgrößen.

Equal Weight gilt als antizyklisch. Wie funktioniert das genau?

Körner: Dieser antizyklische Charakter ist ein ganz wesentlicher Vorteil. Ein gleichgewichteter Index muss regelmäßig neu ausbalanciert werden, um das Grundprinzip beizubehalten. Damit wird automatisch bei niedrigen Kursen nachgekauft und bei hohen Kursen verkauft. Das widerspricht dem häufig beobachteten Herdenverhalten am Markt und dämpft extreme Ausschläge.

In Phasen von überbordendem Optimismus – wenn Anleger bestimmte Mega-Caps nahezu blind übergewichten – sorgt Equal Weight dafür, dass diese Titel nicht weiter überproportional hoch im Portfolio allokiert sind. Umgekehrt werden vernachlässigte oder temporär schwächelnde Segmente gestützt. So entsteht ein systematischer Rebalancing-Mechanismus, der langfristig helfen kann, Bewertungsrisiken einzufangen. Allerdings kann dies aber auch bedeuten, dass sie in Zeiten, in denen nur einige wenige Große Unternehmen stark performen, hinterherhinken.

Wie setzt VanEck Equal Weight in der Produktpalette um?

Körner: Beim globalen Equal-Weight-ETF nutzen wir die 250 größten und liquidesten Aktien weltweit und gewichten alle zu je 0,4 Prozent. Damit vermeiden wir, dass eine Handvoll Mega-Caps das gesamte Exposure überlagert. Die Beschränkung auf 250 Titel hat zudem einen praktischen Grund: Wir wollen ein gleichgewichtiges Large-Cap-Universum abbilden, bei dem die Handelbarkeit hoch bleibt und die Transaktionskosten niedrig gehalten werden können. Nur so lässt sich das Produkt zu einem vernünftigen Preis anbieten.

Neben dem globalen Ansatz bieten wir auch eine europäische Lösung. Sowohl der VanEck World Equal Weight Screened UCITS ETF als auch der VanEck European Equal Weight Screened UCITS ETF richten sich an Anleger, die bewusst der Konzentration traditioneller Indizes entgegenwirken möchten.