Für Vermögensverwaltung und Private Banking Wie Lebensversicherungen Erbstreitigkeiten vermeiden helfen

Stefan Brähler, Geschäftsführer des Versicherungsmaklers Confidema: „Der Streit ums Testament ist bei vermögenden Familien eher die Regel als die Ausnahme.“

Stefan Brähler, Geschäftsführer des Versicherungsmaklers Confidema: „Der Streit ums Testament ist bei vermögenden Familien eher die Regel als die Ausnahme.“

Sterben und Erben bringen viel Kummer“ besagt ein deutsches Sprichwort. Dass der Streit um den Nachlass aus Verwandten erbitterte Feinde machen kann, zeigt aktuell das Beispiel des Hamburger Familienunternehmens Darboven: Derzeit ist völlig unklar, wer den gleichnamigen Kaffeekonzern künftig führt. Laut Statuten muss ein Familienmitglied an der Spitze stehen, doch Arthur Ernesto Darboven hat das Unternehmen nach Meinungsverschiedenheiten mit Vater Albert verlassen. Gegen die daraufhin vom 83 Jahre alten Firmenchef angestrebte Adoption des Bremer Kaffee-Unternehmers Andreas Jacobs stellt sich das Amtsgericht Blankenese quer.

Ein Fall für Juristen wird das Thema Nachfolgeplanung immer dann, wenn sich die Erben nach oder bereits vor dem Tod des Patriarchen uneins sind. Auf diesen Fall spezialisierte Anwälte dürften in der Zukunft mehr zu tun bekommen, denn in den nächsten Jahren werden große Finanz- und Betriebsvermögen von der Nachkriegsgeneration weitergereicht. Bereits die seit 2014 übertragenen Vermögen aufgrund von Erbschaften und Schenkungen belaufen sich Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge auf jährlich 100 Milliarden Euro. Die Wiesbadener Statistiker weisen hierbei jedoch nur die steuerlich veranlagten Transaktionen aus. Der Großteil des übertragenen Vermögens liegt unterhalb der Freibeträge und bleibt somit unter dem Radar.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) schätzt laut einer aktuellen Studie, dass hierzulande bis 2027 im Durchschnitt knapp 400 Milliarden Euro pro Jahr auf Erben oder Beschenkte übergehen – gut ein Viertel mehr als bislang in entsprechenden Studien vorhergesagt. Die Schätzungen zum Erbvolumen in Deutschland berücksichtigten weder Wertsteigerungen des Vermögens noch das regelmäßige Sparen der Erblasser. Die DIW-Forscher hingegen nutzten Daten der Langzeitstudie „Soziooekonomisches Panel“ zum Vermögensbestand der über 70-Jährigen im Jahr 2012. Demnach erhöht sich das potenzielle Erbvolumen in den folgenden 15 Jahren weiter, wenn man regelmäßiges Zurücklegen von Geld sowie eine Performance der Investments von jährlich 2 Prozent unterstellt.

Mit steigenden Privatvermögen werden Streitigkeiten nicht seltener. Problematisch sind insbesondere Zuwendungen außerhalb des engsten Familienkreises, der in der gesetzlichen Erbfolge an erster Stelle steht. „Wer davon abweicht, sät oft Zwietracht“, weiß Stefan Brähler, Geschäftsführer des Versicherungsmaklers Confidema aus dem hessischen Friedrichsdorf. „Ohnehin ist Streit ums Testament zumindest bei vermögenden Familien eher die Regel als die Ausnahme“, so der Spezialist für den Einsatz von Versicherungen in Vermögensverwaltung und Private Banking weiter.